Hilfe für Polizeizonen mit Personalmangel

Bundesinnenministerin Joëlle Milquet (CDH) hat laut Informationen der flämischen Tageszeitung De Standaard beschlossen, den sechs flämischen Polizeizonen, die unter akutem Personalmangel leiden, bei der Rekrutierung von neuen Beamten Vorrang einzuräumen.

Sechs Polizeizonen im belgischen Bundesland Flandern leiden unter akutem Personalmangel, sprich haben zu wenig Beamten im Einsatz, um die zu leistenden Aufgaben adäquat meistern zu können. Das sind die Polizeizonen Westküste und Middelkerke (Provinz Westflandern), Zwijndrecht (Provinz Antwerpen), Zaventem (Flämisch-Brabant) und Gent (Provinz Ostflandern).

In diesen Polizeizonen liegt die Zahl der Beamten unter der gesetzlich festgelegten Norm. Kandidaten für eine Bewerbung bei der Polizei, die in den genannten Zonen Dienst schieben wollen, werden bei Rekrutierung und Ausbildung mit Vorrang behandelt, wie Innenministerin Milquet (kleines Foto) beschlossen hat.

Die Ministerin hat auch angeordnet, dass in den oder für diese Zonen ausgebildete Polizisten für eine bestimmte Zeitdauer dort bleiben müssen, bevor sie Anrecht auf Versetzung in eine andere Polizeizone haben können. Wer freiwillig für den Dienst in einer der sechs Zonen optiert, muss demnach in Zukunft mindestens fünf Jahre dort bleiben.

Wer in eine dieser Zonen versetzt wird, der muss mindestens drei Jahre dort bleiben. Damit will Innenministerin Milquet auch der enormen Fluktuation von Beamten zwischen den einzelnen Polizeizonen in Belgien einen Riegel vorschieben, vor allem dann, wenn dies zu Lasten der unterbesetzten Zonen und Kommissariate geht.

Vor kurzem hatte die belgische Innenministerin Finanzmittel freigemacht, um 400 zusätzliche Polizisten für den Großraum Brüssel anwerben zu können. Dieser Entschluss folgte nach einem tödlich geendeten Vorfall im Brüsseler Stadtteil Anderlecht, als ein Mitarbeiter der regionalen Nahverkehrsgesellschaft MIVB/STIB bei der Aufnahme eines banalen Autounfalls mit einem Bus erschlagen wurde und der Ruf nach mehr Polizei für die belgische Hauptstadt laut wurde.