Verstrahlten Müll nach Pleite liegen lassen

Kontrolleure haben in den Gebäuden des in Konkurs gegangenen Herstellers von medizinischen Geräten Best Medical Belgium in Fleurus in der wallonischen Provinz Hennegau große Mengen an radioaktiv strahlendem Anfall entdeckt.

Nach Angaben von Willy De Roovere von der Bundesagentur für Nukleare Kontrolle FANC ist der strahlende Abfall in dutzenden Plastiksäcken verstaut worden. Für die Außenwelt, d.h. für Anwohner oder die Mitarbeiter der anderen Unternehmen aus dem Gewerbegebiet von Fleurus bestehe keine gesundheitliche Gefahr, so De Roovere. Zwei Kontrolleure sollen leicht verstrahlt worden sein

Für Umweltpolitiker der beiden grünen Parteien in Belgien, Groen aus Flandern und Ecolo aus der Wallonie, ist das Verhalten des pleite gegangenen US-Unternehmens Best Medical Belgium (BMB) schlichtweg kriminell. Die beiden Abgeordneten aus dem belgischen Bundesparlament Kristof Calvo (Groen) und Georges Gilkinet (Ecolo) fordern von Bundesinnenministerin Joëlle Milquet und von Energiestaatssekretär Melchior Wathelet (beide CDH) eine umfassende Aufklärung des Falls.

"Milquet und Wathelet müssen jetzt dringend eingreifen und Deutlichkeit über die Situation verschaffen. Die Sicherheit vor Ort muss verstärkt werden und die Kosten für ein schnelles Aufräumen berechnen. Sie müssen alles daran tun, dass BMB für die Sanierung des Geländes aufkommt.“

Nach Angaben der beiden Tageszeitungen Le Soir und De Standaard, die den Fall an die Öffentlichkeit brachten, lagerten in den ehemaligen BMB-Gebäuden 16 Flaschen und 180 Müllsäcke mit von dem Spaltmaterial Strontium kontaminiertem Strahlenabfall. Nach Auffassung der Kontrollbehörde FANC wird es einige Jahre dauern können, bis der strahlende Abfall entsorgt und die Gebäude saniert und dekontaminiert sind.