Containerschiff mit Chemikalien durch Belgien?

Das im Atlantik havarierte deutsche Containerschiff "MSC Flaminia" wartet auf eine Genehmigung Belgiens, damit es durch unsere Gewässer gezogen werden kann. Eine Genehmigung, einen europäischen Hafen anzulaufen, gibt es bislang noch nicht. Das Bergungsunternehmen hofft jedoch, in Rotterdam einlaufen zu dürfen. Die Flaminia liegt derzeit in internationalen Gewässern, zwischen Brest und der britischen Küste.

Ursprünglich war der Frachter im Atlantik von Charleston im US-Bundesstaat South Carolina nach Antwerpen in Belgien unterwegs. Am 14 Juli brach jedoch auf dem rund 300 Meter langen Containerschiff Flaminia der Reederei NSB aus Buxtehude ein Feuer aus und es gab eine Explosion, vermutlich aufgrund einer Reaktion des chemischen Materials in den Containern.

Vier Besatzungsmitglieder wurden verletzt, ein Seemann starb später. Ein Matrose wird noch vermisst. Die Mannschaft wurde von Bord geholt und das Schiff von einem Schlepper gezogen, aber  bislang darf es in keinen Hafen einlaufen. Ein französischer Experte erklärte der VRT, dass jedes Land hoffe, dass das Schiff nicht in seine Gewässer gelangt, um nicht als erstes eine Entscheidung treffen zu müssen.

Die Flaminia liegt sieben bis neun Tage von uns entfernt. Belgien bereitet sich nun auf die Frage vor, ob das Schiff  entlang der belgischen Küste zum Beispiel nach Rotterdam darf. Das Bergungsunternehmen hat diese Bitte jedoch noch nicht geäußert.

Carl Decaluwe, der Gouverneur der Provinz Westflandern betonte gegenüber der VRT, dass wir nicht vergessen dürften, dass sich  "rund 2.700 Tonnen Schadstoffe an Bord des Frachters befinden. Ein Teil ist zwar verbrannt, aber die tatsächliche Lage auf der Flaminia kennen wir nicht. Es sind jedenfalls schädliche Stoffe an Bord und damit  müssen wir sehr vorsichtig sein."

Zeebrügge anzulaufen, ist offenbar keine Option, weil das Schiff leichte Schlagseite hat und aufgrund des Löschwassers sehr tief liegt.