Gedenktafel für Judenrazzien in Antwerpen

Im Rathaus von Antwerpen wurde am Mittwoch der Opfer der ersten Razzien bei jüdischen Bürgern während des Zweiten Weltkriegs gedacht. Das war genau vor 70 Jahren. 800 Antwerpener Juden wurden in der Nacht vom 15. auf den 16. August 1942 mit Wissen der Stadt festgenommen und später in das Konzentrationslager von Auschwitz deportiert.

Bürgermeister Patrick Janssens (kleines Foto) enthüllte den Text einer Gedenktafel, die in Kürze im Rathaus angebracht werden soll. Die genaue Stelle, an die die Gedenktafel im Rathaus soll, muss noch festgelegt werden, weil das Rathaus ein denkmalgeschütztes Gebäude ist, an dem man nicht einfach so etwas verändern kann.

"Es ist jedoch wichtig, dass die Tafel an einen Platz kommt, an dem die politischen Beschlüsse in Antwerpen gefällt werden", so Janssens.

Später soll auch noch ein richtiges Denkmal an einer anderen Stelle in der Stadt aufgestellt werden, das die Namen der Ermordeten trägt.

Janssens betonte am Mittwoch noch einmal die Rolle der damaligen Stadtverwaltung und der Polizei, die die Razzien der Nazis duldeten und manchmal sogar aktiv unterstützten. "Ich habe mich dort vor fünf Jahren hierfür entschuldigt und das war politisch noch immer sehr schwierig", sagt er. "Das zeigt doch die Notwendigkeit von Denkmälern wie diesen."

Insgesamt wurden während des Zweiten Weltkriegs rund 13.000 Antwerpener Juden deportiert. Die Mehrzahl hat die Konzentrationslager nicht überlebt.

Bei der Festnahme von 3.000 unter ihnen wurden die Nazis wissenschaftlichen Untersuchungen zufolge von der Stadtverwaltung und der Polizei aktiv unterstützt. Allerdings hatten verschiedene Einzelpersonen gegen diese schrecklichen Taten Widerstand geleistet.