"Doel 3 zu, Stromversorgung jedoch garantiert"

Der Staatssekretär für Energie Melchior Wathelet betont, dass die Stromversorgung für diesen Winter garantiert sei, selbst wenn der Reaktor des Atommeilers Doel 3 nicht wieder ans Netz geschlossen wird. Das sagt er in verschiedenen Zeitungen. Der Netzbetreiber Elia bestätigt das.

Die Atomaufsichtsbehörde FANC befürchtet, dass, falls die derzeit geschlossenen Reaktoren Doel 3 und Tihange 2 nicht wieder ans Netz geschlossen werden, die Stromversorung im Winter gefährdet sei. Doel 3 und Tihange 2 haben einen Anteil von rund 10 Prozent der gesamten Stromerzeugung in unserem Land.

Doel 3 ist derzeit vom Netz genommen, weil sich möglicherweise kleine Risse in der Kesselwand befinden. Bei Tihange 2 werden ähnliche Unterhaltsarbeiten durchgeführt, auch dieser Reaktor ist derzeit geschlossen.

"Ich hoffe, dass der Winter nicht all zu hart wird und dass wir einen oder beide Reaktoren wieder ans Netz schließen können. Das steht aber noch völlig in den Sternen und ich bin immer noch genauso skeptisch wie vor einigen Tagen, unterstreicht Willy De Roovere, der Generaldirektor der FANC.

Staatssekretär Wathelet spricht dagegen. Seiner Meinung nach gebe es keine Probleme, selbst wenn beide Reaktoren geschlossen blieben."In unserem Versorungsplan ist vorgesehen, dass wir Erzeuger dazu verpflichten können, Atomkraftwerke am Netz zu lassen, falls es Versorgungsengpässe gibt", ist zu hören. Diese Pläne können, falls nötig, noch abgeändert werden. Netzbetreiber Elia bestätigt das.

Wathelet meint damit, dass er Electrabel zwingen kann, einige Kohlekraftwerke in Betrieb zu halten, die das Unternehmen schließen wollte. Electrabel hatte vor kurzem angekündigt, dass es das Kohlekraftwerk in Ruien,Ostflandern, massiv abbauen wolle. Auch in Les Awirs wird ein Kraftwerk geschlossen.