Leonard Cohen will kein Ehrendoktorat in Gent

Der weltbekannte kanadische Sänger Leonard Cohen hat eine Ehrendoktorwürde der Universität Gent dankend aber bestimmt abgelehnt. Cohen, der Gent liebt und hier vor kurzem fünf ausverkaufte Konzerte gab, fühlt sich geehrt, aber nicht mehr als das.

Der kanadische Sänger Leonard Cohen hat die Ehrendoktorwürde der Universität von Gent (UGent) freundlich aber bestimmt abgelehnt. Gents Bürgermeister Daniël Termont (SP.A) gab gegenüber mehreren flämischen Tageszeitungen an, Cohen habe recht schnell wissen lassen, dass "dies alles sehr freundlich, doch nicht wirklich notwendig wäre.“

In der vergangenen Woche hatte Leonard Cohen seine aktuelle Welttournee mit fünf Open Air-Konzerten am Sint-Pietersplein im Herzen der Genter Altstadt begonnen, doch Plänen, ihn zum Ehrendoktor der Universität in Gent zu machen, erteilte er rasch und freundlich aber bestimmt eine Absage.

Paul Van Cauwenberghe, der Rektor der UGent, bedauert, dass der weltberühmte kanadische Sänger nicht dem Beispiel von Bon Gendof, Desmond Tutu oder Kofi Annan folgt und die Ehrendoktorwürde der Universität anzunehmen.

"Ich wäre sehr stolz darauf gewesen, wenn es uns gelungen wäre, ihn der Reihe unserer Ehrendoktoren hinzuzufügen. Seine Verdienste als Poet und Sänger sind enorm, so der enttäuschte Rektor gegenüber den Tageszeitungen De Standaard und Het Nieuwsblad.

Cohen liebt Gent und Gent liebt ihn

Leonard Cohen hatte vor knapp einer Woche seine aktuelle Welttournee mit fünf fast ausverkauften Konzerten in Gent begonnen. Das kam nicht von ungefähr, denn der fast 78 Jahre alte kanadische Barde liebt die Artevelde-Stadt von ganzem Herzen und Gent liebt ihn. Schon vor zwei Jahren begann er eine Tour in Gent mit zwei Konzerten.

Damals musste er quasi auf Tournee gehen, denn seine Managerin hatte ihn um Millionensummen betrogen und er war fast pleite. Eine Welttournee sollte wieder Geld in seine Kasse spülen, doch die beiden Auftritte in Gent waren damals offenbar ein so schönes Erlebnis für ihn, dass er gerne wieder kam, als eine neue Konzertreise anstand. Gleich fünfmal stand er vor der Sint-Pieters-Kirche in Gent und begeistere jedes Mal knapp 8.000 Zuschauer, die allerdings auch teilweise von weither gekommen waren.