Großbetriebe wollen bei Strompannen helfen

Der belgische Unternehmerverband VBO bietet an, bei Stromknappheit durch einen Kapazitätsmangel zu helfen. Im Falle des Falles könnte man große Werke kurz vom Netz nehmen, um Stromabschaltungen in den Stadtzentren vorzubeugen.

Schon jetzt ist möglich, bei drohenden Strompannen durch Kapazitätsengpässe große Stromverbraucher - sprich Großunternehmen oder Fabriken - kurzzeitig vom Netz zu nehmen. Die Unternehmen werden dabei finanziell entschädigt.

Der Verband der belgischen Unternehmer, VBO, bietet an, dieses System auszuweiten, wie Verbandssprecherin Isabelle Claes am Dienstag gegenüber der VRT-Nachrichtenredaktion angab: "Eine der Lösungen, es gibt viele Lösungsmöglichkeiten, ist das Abschalten einiger Großabnehmer von Elektrizität. Großunternehmen haben andere Verträge als Privatverbraucher und damit auch einige Vorteile. Und im Falle eines 'black outs‘ sind sie die ersten, die abgeschaltet werden. Doch solche Verträge haben auch Bedingungen, z.B. das Bezahlen solcher Abschaltungen. Für uns kann das ein Teil der Lösungen sein.“

Es sieht wohl so aus, dass die Atommeiler Doel 3 und Tihange 2 im kommenden Winter noch keinen Strom produzieren können, weil Materialfehler in den Reaktorbehältern - man spricht von Bläschen, die beim Walzen der Behälterringe beim Hersteller, einer in Konkurs gegangenen niederländischen Firma, entstanden sind - für eine zeitweilige Abschaltung gesorgt haben. Ob diese Meiler jemals wieder ans Netz gehen werden, ist ebenfalls unsicher. Dieser Umstand hat in Belgien heftige Diskussionen über die Energiesicherheit ausgelöst. Von steigenden Strompreisen für die Endverbraucher ist die Rede und auch von drohenden 'black outs‘ in den Ballungsräumen.