Klage gegen Martin und Klarissenkloster

Jean Lambrecks (Foto), der Vater von Eefje, einem der Dutroux-Opfer, reicht Klage gegen dessen Ex-Frau Michelle Martin und gegen das Klarissenkloster ein, das Martin nach ihrer vorzeitigen Haftentlassung aufnehmen wird.

Nach einer Meldung der flämischen Tageszeitung Het Belang van Limburg wird Jean Lambrecks Klage gegen Michelle Martin und gegen das Klarissenkloster in Malonne einreichen. Lambrecks vermutet, dass die Ex-Frau von Kinderschänder Marc Dutroux ihr Haus, von ihrer Mutter geerbte Juwelen und Aktien über Umwege an ihre eigenen Kinder weitergegeben hat, um so Entschädigungszahlungen an die Opfer oder die Angehörigen von Opfern zu entgehen.

Michelle Martin (kleines Foto) ist wegen Freiheitsentzug von sechs Mädchen und wegen der Folterung von zwei der sechs Mädchen zu 30 Jahren Haft und zur Zahlung von insgesamt 179.000 € verurteilt worden. Doch bisher hat sie noch nichts gezahlt. Auf ihrem Gefängniskonto waren zu diesem Zweck nur einige hundert Euro eingezahlt worden.

Joris Vercraeye, der Anwalt von Jean Lambrecks, gab an, dass Martin zu Gunsten ihrer Kinder auf das Erbe ihrer Mutter verzichtet habe: "Sie hat dafür gesorgt, dass sie keine Aktiva mehr besitzt.“ Der Vorgang soll zwischen 2000 und 2001 gelaufen sein, als Martin noch in U-Haft saß: "Damals wusste sie schon, was auf sie zukam und dass sie auch Schadensersatz zu zahlen hatte. Wenn man also handelte, um späteren Zahlungsverpflichtungen zu entgehen, können wir uns doch entsprechende Fragen stellen.“

Auch eine Klage gegen die Klarissen

Vor einiger Zeit wurde bekannt, dass Michelle Martin bereits einige persönliche Dinge im Klarissenkloster von Malonne hatte lagern lassen. Dieses Kloster soll sie aufnehmen, falls sie vorzeitig aus der Haft entlassen wird. Jean Lambrecks hatte davon gehört und diese Sachen durch einen Gerichtsvollzieher beschlagnehmen lassen, doch die Gegenstände hatten praktisch keinen Wert.

Da also bereits Kontakte zwischen Martin und den Klarissen von Malonne bestanden hat, reichte Eefjes Vater auch Klage gegen das Kloster ein und ließ den Nonnen dazu einen entsprechenden Einschreibebrief zukommen. In den Augen von Jean Lambrecks und dessen Anwalt machen sich die Klarissen im Zusammenhang mit der Vermögensverschleierung von Michelle Martin mitschuldig.

Falls Michelle Martin tatsächlich nach Malonne ins Klarissenkloster geht, dann wird die belgische Bundespolizei ihre Kollegen der lokalen Polizei im Bezirk Namür verstärken. Darüber erzielten das belgische Innenministerium und die Stadt Namür ein Prinzipabkommen. Die Messen, die die Nonnen des Klosters jeden Sonntag lesen, werden in Zukunft nicht mehr öffentlich sein, sondern hinter verschlossenen Klostertüren stattfinden.