Saudi-Arabien fördert islamistische Schulen

Belgiens Justizministerin Annemie Turtelboom (Open VLD) gab in einem Interview mit der flämischen Wirtschaftszeitung De Tijd an, der Verfassungsschutz habe herausgefunden, dass Saudi-Arabien radikale Islamschulen in Belgien finanziere.

Demnach finanziere Saudi-Arabien etwa 10 Schulen in Belgien, an denen neben der arabischen Sprache auch eine radikale Version der islamischen Religion, die strenge Lehre der Wahhabiten, unterrichtet wird. Justizministerin Turtelboom beruft sich in ihren Angaben auf einen Bericht des belgischen Verfassungsschutzes, der auch feststellt, dass mehrere Dutzend Schüler in Belgien diesen radikalen Unterrichten folgen. Eine genaue Zahl ist aber unbekannt.

"In einigen Fällen sind die Schulen auf ausdrücklichen Wunsch mit Geldern aus Saudi-Arabien gegründet worden“, so Turtelboom in De Tijd. Dies zeige die Bereitschaft Saudi-Arabiens, die dort gesetzgebende Staatsreligion Wahhabismus weltweit zu verbreiten, so die Ministerin.

Diese Lehre fußt auf einer strengen und dogmatischen Auslegung der islamischen Religion. Der Wahhabismus verbietet z.B. Frauen das Autofahren und propagiert die Scharia als Gesetz. Öffentliche Hinrichtungen und Auspeitschungen sind Bestandteil der Scharia und des Wahhabismus. Die Schulen bilden ein Problem im Kampf gegen den religiösen Fundamentalismus in Belgien, gibt der Bericht der Verfassungsschützer zu erkennen.