Äthiopiens Premier Zenawi starb in Brüssel

Der in der Nacht zum Dienstag verstorbene langjährige Regierungschef Äthiopiens, Meles Zenawi, starb, wie jetzt erst offiziell bekannt wurde, in einem Krankenhaus in Brüssel. Bekannt war bisher nur, dass sich Zenawi zur Behandlung im Ausland aufgehalten habe.

Der langjährige äthiopische Regierungschef Meles Zenawi ist in der Nacht zum Dienstag im Krankenhaus AZ Saint-Luc im Brüsseler Stadtteil Woluwe gestorben. Ein Sprecher der Europäischen Union teilte am Dienstag mit, dass der 57jährige Regierungschef in der belgischen Hauptstadt verstorben sei. Die Klinik will aus Gründen der ärzlichen Schweigepflicht keine Angaben zu Patienten und deren Krankheit machen, also auch nicht zu Zenawi.

Um den Ort seiner Behandlung hatte es lange Spekulationen gegeben, wobei Brüssel allerdings mehrmals genannt wurde. Doch auch zur Krankheit und zur Todesursache wurde seither kaum etwas bekannt. Aus dem äthiopischen Kommunikationsministerium verlautete lediglich, dass Zenawi in Brüssel an einer Infektion gestorben sei.

Die flämische Tageszeitung de Morgen meldete in ihrer Mittwochsausgabe, dass EU-Quellen gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters bestätigten, dass der Leichnam Zenawis unter Polizei- und Militärbewachung von einem Brüsseler Hotel in der Nähe der AZ-Klinik Saint-Luc in Woluwe zum belgischen Nationalflughafen in Zaventem gebracht worden sei und dass belgische Armeeangehörige seinen Sarg in eine Maschine der Ethiopian Airlines geladen hätten. Angeblich habe sich Zenawi bereits mehrmals zu Behandlungen in Brüsseler Kliniken aufgehalten.

Despot Zenawi

Meles Zenawi regierte sein Land mit harter Hand und Opposition und kritische Presse wurden weitgehend und teilweise brutal mundtot gemacht. Aber, der 57jährige, der die Macht 1995 übernahm, galt als treuer Verbündeter der USA im Kampf gegen den internationalen Terrorismus und Äthiopien wurde unter seiner Herrschaft auf wirtschaftlicher Ebene zu einem der erfolgreichsten Länder Afrikas. Zwischen 1998 und 2000 forderte ein Grenzkrieg mit dem Nachbarland Eritrea rund 80.000 Tote.