Jung-CDH erklärt Minister Reynders für tot

Belgiens Außenminister Didier Reynders (MR) hat mit Empörung auf einen Nachruf reagiert, den die Jung-CDH zu seinem angeblichen Tode veröffentlicht hatte. Die Jugendabteilung der frankophonen Zentrumspartei hatte eine satirisch gedachte Pressemitteilung verfasst.
Nachruf der Jung-CDH auf den noch lebenden belgischen Außenminister...

Belgiens liberaler Außenminister Didier Reynders von der frankophonen Reformbewegung MR fordert vom Vorsitzenden der CDH, Benoît Lutgen eine öffentliche Entschuldigung für den Nachruf zu seinem angeblichen Ableben.

Einige junge CDH-Politiker hatten sich von den beiden Todesfällen in den Reihen der frankophonen Sozialisten PS, Michael Daerden und Guy Spitaels und den darauf folgenden Nachrufen und Hommagen, "inspirieren“ lassen und verfassten einen solchen Nachruf zum plötzlichen Tode von Außenminister Reynders. Über den ironischen Ton dieser Pressemitteilung vermittelten die Jung-CDH-Politiker auch einiges an Kritik an die Adresse des liberalen Spitzenpolitikers.

Außenminister Reynders, der sich zur Zeit als Vermittler im bewaffneten Konflikt zwischen der kongolesischen Armee und der Rebellengruppe M23 in der Provinz Nord-Kivu im Ostens Kongos in der Region aufhält - er trifft die politischen Spitzen der Demokratischen Republik Kongo und des benachbarten Landes Ruanda - zeigte sich schockiert und rief empört den CDH-Vorsitzenden Benoît Lutgen auf, sich öffentlich für die Handlung seiner Jugendabteilung zu entschuldigen.

Die Jung-CDH reagiert

Die Verantwortlichen der Jung-CDH haben im Laufe des Mittwochs auf die Polemik um ihren satirischen Nachruf auf Außenminister Reynders reagiert und relativieren die Angelegenheit. Man habe nicht den Tod Reynders‘ angekündigt, hieß es dazu: „Der Text gibt deutlich an, dass es sich um eine Parodie auf jene Pressemitteilungen handelt, die Reynders nach verbreitete, als Michel Daerden und Guy Spitaels gestorben waren“, so die jungen frankophonen Christdemokraten.

Die Jung-CDH gibt weiter an, dass es eigentlich Gepflogenheit sei, bei Sterbefällen bei Politikern entweder neutrale oder positive Nachrufe zu veröffentlichen, oder aber gar keine. Daran halte sich Reynders aber nur, wenn es sich bei den Verstorbenen um liberale Politiker in Belgien handele, was, so die Autoren der Jung-CDH, Reynders bei seinen Nachrufen auf die beiden unlängst verstorbenen Sozialisten aber nicht so gehandhabt habe. Genau das wolle man mit der satirischen Pressemitteilung deutlich machen.

Übrigens haben sich die Autoren dieser Parodie bei denen entschuldigt, die dann doch durch die fiktive Pressemitteilung schockiert worden sind.