iPad-Pflicht in Schule in Blankenberge

Alle Schüler des Sint-Pieterscollege und der Sint-Jozefhandelsschule aus Blankenberge müssen am 1. September ein iPad mit in die Schule bringen. Einige Eltern hatten dagegen protestiert. Die Schulen werden ihre Projekt jedoch durchziehen.

Im März hatten die beiden Schulen verkündet, dass sich alle Schüler dieser beiden Einrichtungen ab dem Schuljahr 2012-2013 ein iPad zulegen müssten. Der Tablet-Computer des US-amerikanischen Herstellers Apple Inc. ist nötig, um dem Unterricht folgen und die Hausaufgaben machen zu können.

Nicht alle waren einverstanden. Eine Elterngruppe strebte eine Klage an, weil die Kosten hierfür und die Kommunikation in Zusammenhang mit dem iPad unklar waren. Der zuständige flämische Ausschuss gab den Eltern Recht, aber die Schule in Blankenberge ging in Berufung. Die Schüler werden das neue Schuljahr nun also doch mit einem iPad beginnen.

"Wir hatten darüber nachgedacht, das Projekt eine Zeit lang zu verschieben", erklärt Nicole Vancoillie, die Vorsitzende der Schulleitung gegenüber dem VRT-Radio. "Mit einer Verschiebung würden wir jedoch mehr Schlimmes anrichten als Gutes tun. Nur rund ein Dutzend der 700 betroffenen Eltern hatten protestiert, die anderen Eltern hatten bereits Ausgaben, um mit dem Projekt zu beginnen. Wir haben zudem über ein Jahr an Vorbereitung dort hineingesteckt und wir hatten zuvor bereits eine Versuchsphase. Man muss das eine mit dem anderen abwägen."

Vancoillie bedauert sehr, dass sie  auf diese Weise in das neue  Schuljahr starten müssen. "Wir wissen, dass uns eine Sanktion droht, falls wir am 3. September trotz allem mit dem Projekt starten."

"Wir warten das Ergebnis der Berufung ab. Die eingegangenen Beschwerden gehen nicht gegen den Inhalt oder den pädagogischen Mehrwert, sondern gegen die Vorbereitung und gegen die Art und Weise, mit der über das Vorhaben kommuniziert wurde. Wir denken, dass der Ausschuss einige Dinge ein bisschen falsch eingeschätzt hat."

"Wir sind der Meinung, dass wir mit den iPads zur Differenzierung beitragen können. Schüler, die sehr gut sind, können wir auf diese Weise besser herausfordern. Andere Schüler, die schwächer sind, können wir über verschiedene andere Aufgaben leichter verbessern."

Die Schule betont, dass sie keine Schüler fallen lassen wolle. Über eine Sozialkasse soll Eltern, die finanziell Probleme haben, ausgeholfen werden. Die Direktion weist auch daraufhin, dass Schulbücher ebenfalls teuer seien und dass ein Teil der Bücher, vor allem Übungsbücher, jetzt durch den iPad ersetzt werden könne.