Hören Immobilienpreise auf, zu steigen?

Während im ganzen ersten Halbjahr 2012 die durchschnittlichen Immobilienpreise in Belgien im Vergleich zum Vorjahr noch leicht gestiegen sind, scheinen die Preise im 2. Quartal zu stagnieren. Das geht aus einer Statistik des Wirtschaftsministeriums hervor. Eine Ausnahme machen Bauplätze, die als Folge der Knappheit auch weiterhin teurer werden.

Nach dem Rückgang der durchschnittlichen Immobilienpreise im Jahr 2009, wurde 2010 wieder ein Anstieg der Preise verzeichnet. Dieser Trend setzt sich auch noch im ersten Halbjahr 2012 fort, aber die Zunahme ist weniger groß. Im zweiten Quartal sind die durchschnittlichen Immobilienpreise im Vergleich zu den ersten Monaten des Jahres sogar zurückgegangen.  Ob sich dieser Trend fortsetzt, wird sich in den nächsten Quartalen zeigen.

Konkret kostete ein normales Wohnhaus in der ersten Jahreshälfte im Durchschnitt 191.211 Euro. Das ist eine Zunahme um 2,9 Prozent. Im letzten Jahr betrug die Teuerungsrate von Häusern noch 4,2 Prozent.

Villas, Bungalows und Herrenhäuser wurden um 1 Prozent teurer und kosten durchschnittlich 330.740 Euro. Im letzten Jahr betrug die Teuerungsrate für diese Häuser 3,7 Prozent.

Appartements sind 5,5 Prozent teurer geworden und kosten jetzt 201.545 Euro (gegenüber einer Teuerungsrate von 3,6 Prozent 2011).

Die Preise für Bauplätze sind um 5,7 Prozent auf 104,8 Euro/m2 gestiegen. Letztes Jahr erlebte der Baugrund einen Preisrückgang von 4,6 Prozent.

Eine Übersicht

In Flandern kostet ein Wohnhaus durchschnittlich 205.038 Euro, eine Villa 354.719 Euro und ein Appartement 206.617 Euro. Bauplätze kosten rund 164,9 Euro/m2 .

In Wallonien kostet ein Haus im Durchschnitt 144.256 Euro, eine Villa 264.370 Euro und ein Appartement 160.359 Euro. Bauplätze kosten rund 49,5 Euro/m2.

In Brüssel bezahlt man für ein Haus im Durchschnitt 353.458 Euro, für eine Villa 933.254 Euro, für ein Appartement 215.115 Euro und für einen Bauplatz 471,6 Euro/m2.

Die teuerste Gemeinde für Immobilien ist übrigens die Brüsseler Gemeinde Elsene. Hier kostete ein Wohnhaus im ersten Halbjahr 2012 durchschnittlich 511.086 Euro. In der Gemeinde  Quaregnon im Hennegau ist der Hauskauf am billigsten: 92.206 Euro.

Überhaupt sind die teuersten Häuser überwiegend in Brüsseler Gemeinden zu finden. Nach Elsene folgen Sint-Pieters-Woluwe, Sint-Lambrechts-Woluwe und Etterbeek. Danach kommen Lasne (Wallonisch-Brabant), Ukkel (Brüssel), Watermaal-Bosvoorde (Brüssel), und Oudergem (Brüssel). Kraainem ist die erste flämische Gemeinde auf der Liste. Sie steht auf Platz neun mit einem Durchschnittspreis von 379.635 Euro.

Die billigsten Gemeinden liegen alle in der wallonischen Region. Nach Quaregnon folgen Frameries (Hennegau), Florenville (Luxemburg), Boussu (Hennegau) und Quiévrain (Hennegau).

Wird allein Flandern betrachtet, so sind die teuersten Fleckchen für Immobilien Kraainem, Wezembeek-Oppem, Knokke-Heist, Tervuren, Meise, Linkebeek, Boechout, Overijse, Rijkevorsel und Herne. Die billigsten Orte sind Ronse (125.886 Euro), Zoutleeuw, Menen, Kluisbergen, Gingelom, Ledegem, Lo-Reninge, Heers, Tongeren und Geraardsbergen.

Sehen wir uns die Provinzen an, so ist in Flandern Flämisch-Brabant der teuerste Ort für ein Hauskauf, eine Villa oder ein Bauplatz. Was Appartements betrifft, so ist es in Westflandern am teuersten. In Limburg ist es am billigsten, ein Haus oder eine Villa zu kaufen oder einen Bauplatz zu erstehen. Was Appartements betrifft, so kauft man am billigsten in Antwerpen.