Väter von Dutroux-Opfer bei Di Rupo

Am Freitagnachmittag wurden Paul Marchal und Jean-Denis Lejeune, die Väter der Dutroux-Opfer An Marchal und Julie Lejeune, in der Residenz des Premiers Elio Di Rupo vorstellig. Nach dem Treffen teilte Lejeune mit, dass er "beruhigt" sei. Nach dem Protestmarsch durch Brüssel vergangenen Sonntag, hatten Lejeune und Marchal bereits Justizministerin Annemie Turtelboom und Innenministerin Joëlle Milquet mit der Bitte um eine tiefgreifende und zügige Umsetzung der Justizreform getroffen.

Unser Marsch war nicht umsonst", so Lejeune. "Nach Treffen mit zwei Ministern haben wir die Woche im Lambermont zu Ende gehen lassen. Der Premier war sehr interessiert und gewährte uns mehr als zwei Stunden seiner Zeit."

In dem Gespräch mit Di Rupo konnte der Vater von Julie über die zahlreichen Probleme sprechen, die er bei der Justiz festgestellt habe. "Es war eine echte Aussprache, sehr konstruktiv und offen."

Lejeune wurde versichert, dass die Justizreform zügig umgesetzt, dass er auf dem Laufenden gehalten würde und dass seine Bedenken in Betracht gezogen würden.

"Elio Di Rupo war auch offen gegenüber der Möglichkeit, gegen den Beschluss des Strafvollzugsgerichts - freien Zugang zu Akten und vorzeitige Haftentlassungen bei drohender Rückfälligkeit - in Berufung zu gehen", so Lejeune noch.

Nächsten Dienstag wird der Kassationshof über die Berufung gegen die vorzeitige Haftenlassung von Michelle Martin beschließen.