"Wähler will keine Arroganz der Macht mehr"

Will der Wähler wirklich eine Veränderung, dann sollte er sich am 14. Oktober nicht für die traditionellen Parteien und damit weiterhin für das Gleiche oder für den Neokonservatismus der N-VA entscheiden, sondern für die positive Alternative von Groen. Das sagen die flämischen Grünen von Groen im Vorfeld der Kommunalwahlen. Erneuerung ist deshalb ihr Stichwort.

Die Partei Groen hat am Samstag auf einer besonderen Veranstaltung in Nieuwpoort den Startschuss für ihre Kampagne zu den Kommunalwahlen gegeben. Parteipräsident Wouter Van Besien wurde gleich zu Anfang direkt und kritisierte einige weniger schöne Beispiele von Lokalverwaltung.

Ein großzügiges Bauprojekt in Boom, das Projekt um den Freizeitpark Land van Ooit in Tongeren und die Oosterweel-Verbindung in Antwerpen: Alle drei Beispiele zeigten ihm zufolge wie stark die traditionellen Parteien mit der Macht verwoben seien und wie sie der Bevölkerung Geld verschlingende Projekte aufzwingen würden.

"Es ist diese Arroganz der Macht, die der Wähler nicht mehr schlucken will. Es ist die Arroganz, die wir am 14. Oktober kippen wollen. Unsere Gemeinden wollen sich reformieren und Groen wird ihnen dabei helfen", so Van Besien.

Grün und Flame haben die gleichen Prioritäten

Laut Van Besien setze seine Partei genau die gleichen Prioritäten wie die Flamen. "Die Einwohner unserer Städte und Gemeinden wollen Veränderung. Sie brauchen Politiker, die mutige, kluge Entscheidungen treffen. Sie brauchen ehrliche Politiker, die transparent mit den Einwohnern zusammenarbeiten. Sie brauchen Politiker, die im Bereich des Verkehrs, der städtischen Entwicklung und der Verwaltungskultur Reformpolitik machen. Das ist die positive Alternative, die wir am 14. Oktober anbieten", heißt es.

Außerdem ließ er eine höhnische Bemerkung fallen, die auf Vizepremier Johan Vande Lanotte (SP.A) und dessen Reaktion auf die feinen Risse in den Reaktorkesseln von Doel 3 und Tihange 2 abzielt. (Vande Lanotte hatte behauptet, dass die Strompreise in Belgien nicht steigen müssten, wenn einer oder zwei Atommeiler vorzeitig abgeschaltet werden müssen.) "Ich rieche im Falle der Risse etwas. Und ich muss sagen, es ist ein schlimmer Geruch. Es ist der gleiche Geruch von Vertuschung, mit dem Menschen auf die Seite geschoben und Berichte verdeckt werden. Wir werden nicht zulassen, dass die Sache unter den Teppich gekehrt wird", so Van Besien noch.

Groen hofft, nach dem 14. Oktober in so vielen Städten und Gemeinden wie möglich mitzuregieren.