In Namür wartet man auf Michelle Martin

Namür, die Hauptstadt der gleichnamigen Provinz, ist bereit, Michelle Martin, die Ex-Frau von Kinderschänder Marc Dutroux, ab Dienstag im Klarissenkloster von Malonne zu empfangen. Alle Sicherheits-Vorkehrungen stehen, so Bürgermeister Prévot.
Das Klarissenkloster in Malonne bei Namür

Das Klarissenkloster von Malonne bei Namür erwartet Michelle Martin, die eventuell im Laufe des Dienstags vorzeitig aus der Haft entlassen wird und sich dort zurückziehen will. Wie viele Beamten der lokalen Polizei und der Bundespolizei am Dienstag im Einsatz sein werden, wurde nicht bekannt gegeben und über die dem Staat entstehenden Kosten für die Handhabe der öffentlichen Ordnung rund um das Kloster wurde auch nichts gesagt. Man rechnet mit etwa 30 Einsatzkräften. Wie lange diese vor Ort bleiben müssen, ist ebenfalls unklar.

Es gehe bei dem Einsatz nicht nur darum, den Schutz von Michelle Martin zu gewährleisten, sondern auch darum, die öffentliche Ordnung zu garantieren, sagte Maxime Prévot (CDH), der Bürgermeister von Namür. Er und die zuständigen Sicherheitsleute gehen von zahlreichen Protestaktionen aus. Man wisse allerdings nicht, wie groß die Aktionen sein werden.

In sozialen Netzwerken wie Facebook rufen unterdessen zahlreiche Bürger zu einer Demonstration für den kommenden Samstag auf. Diese Demo soll Samstagmittag in der Ortschaft Malonne starten. Die zustândige Behörde der Stadt Namür hat dieser Demonstration allerdings noch keine Genehmigung erteilt.

Am Dienstag wird der zuständige Kassationshof entscheiden, ob die Komplizin und ehemalige Frau von Kinderschänder Marc Dutroux tatsächlich vorzeitig aus der Haft entlassen wird, wie es das Gesetz vorsieht. Beobachter gehen davon aus, dass auch in Berufung kein Formfehler festgestellt wird und dass Michelle Martin nach 16 Jahren Haft entlassen wird, um sich bei den Klarissen im Kloster von Namür zurückziehen zu können.