120.000 € / Monat, um Martin zu schützen

Wird Michelle Martin definitiv freigelassen und im Kloster von Malonne untergebracht, koste ihre Bewachung und ihr Schutz 120.000 Euro pro Monat, betont Vincent Gilles, der Präsident der Polizeigewerkschaft in der französischsprachigen Wochenzeitung Le Soir Magazine, die am Mittwoch erscheint. Das Magazin schätzt, dass die Haft von Michelle Martin bereits über 735.000 Euro gekostet hat.

Le Soir Magazine weist daraufhin, dass mehrere gemeinsame Sitzungen der örtlichen Polizei, der Bundespolizei, des Innenminiteriums und der Stadt Namur stattgefunden hätten, um die Ankunft von Michelle Martin in Malonne vorzubereiten. Das Sicherheitskontingent vor Ort beinhalte 30 Vollzeit-Jobs, wobei sich mindestens 4 Polizisten pro Tag bei ihrer Wache abwechseln. Das macht rund 60 verschiedene Polizisten pro Monat. Die monatlichen Gesamtkosten dieses Unterfangens wird auf 120.000 Euro geschätzt.

Bislang beliefen sich die Kosten der Haft von Michelle Martin laut Le Soir Magazine auf schätzungsweise 735.840 Euro. Das Magazin geht dabei von 126 Euro pro Tag Haft aus, multipliziert mit ihren 5.840 Tagen, die sie im Gefängnis ist.

Laut der Gefängnisverwaltung gelte diese Tagessumme im Durchschnitt für alle Häftlinge. Das Magazin fügt hinzu, dass Michelle Martin außerdem 523 Euro im Monat vom Sozialamt in Namur verlangen könnte.

Der Kassastionshof befindet am Dienstagnachmittag (16 Uhr) darüber, ob das Urteil des Strafvollzugsgerichts von Mons vom 31. Juli 2012, die Exfrau und Komplizin des belgischen Kinderschänders und Mörders Marc Dutroux nach 16 Jahren Haft vorzeitig unter Auflagen freizulassen, rechtens ist. Ist es das, dürfte die 52-jährige Michelle Martin schon wenige Stunden danach frei kommen. Ein Nonnenkloster bei Namur will Michelle Martin aufnehmen.