Reynders will Genozid- und Holocaustkonferenz

Der belgische Außenminister Didier Reynders will 2014 eine internationale Konferenz mit weltweiten Vertretern von Holocaust- und Genozid-Gedenkorganisationen ins Leben rufen. Reynders hat den Vorschlag am Montag in Berlin gemacht. An der Konferenz sollen so viele noch lebende Genozidzeugen wie möglich teilnehmen. 2014 wird der 20. Jahrestag des Völkermordes in Ruanda und des Beginns des Ersten Weltkriegs 1914 gedacht.

Bis zum März nächsten Jahres ist Belgien Vorsitzender der International Task Force for Holocaust Education, Remembrance and Research. Diese zwischenstaatliche Organisation sammelt politische und gesellschaftliche Unterstütrzung zum Gedenken an den Shoah.

Minister Reynders schlägt in seiner Funktion als Vorsitzender vor, Zuständige der verschiedenen Gedenkstätten und Museen über Holocaust und andere Genozide zusammen zu bringen. "Ich denke unter anderem an die Verantwortlichen für das Genozidmahnmal in Kigali, das Holocaustmuseum in Washington und die Dossinkazerne in Mechelen", sagte er.

Auf seiner Reise in den Nahen Osten wird Reynders auch Israel, das in Jerusalem das Yad Vashem-Museum beherbergt, darauf ansprechen.

"Ich finde, die Konferenz kann in Brüssel statt finden, aber ich werde unter anderem mit den Israelis schauen, ob das praktisch für sie möglich ist. Ich will auf jeden Fall so viele noch lebende Genozidzeitzeugen einladen wie möglich", erklärte Reynders.

Am Montag war Reynders in Berlin, um dort die Deutschen Diplomatentage zu eröffnen. Er besuchte auch das Holocaust-Museum. Reynders nahm zudem Kontakt zu seinem polnischen Kollegen Radoslaw Sikorski auf, um Polen in die geplante Konferenz mit einzubeziehen.

Zu dem einmal pro Jahr stattfindenden Treffen in Berlin waren Diplomaten aus aller Welt angereist. Es war übrigens das erste Mal, dass ein belgischer Minister die diplomatischen Kontakttage in Deutschland einläuten durfte. Das Schwerpunktthema lautete "Zukunft Europas". Reynders, heißt es, erwarte mit Spannung den Ergebnisbericht der 'Future of Europe Group', des Think tanks aus einem Dutzend EU-Außenministern über die Zukunft der Europäischen Union.

Laut Reynders werde mittelfristig eine  'Konvention' nötig sein, um die Wirtschafts- und Währungsunion reformieren zu können.

Am 17. September kommt diese Zukunftsgruppe ein letztes Mal in Warschau zusammen.