Endlich ein Fonds für Opfer von Arztfehlern

Ab September können sich Opfer von ärztlichen Kunstfehlern und Personen, die während einer medizinischen Versorgung körperliche Schäden erlitten haben, an einen Hilfsfonds wenden. Der belgische Fonds für Medizinische Unfälle bietet ihnen Hilfe an.

Es kann jedem passieren. Man liegt im Krankenhaus und infiziert sich mit Bakterien. Oder bei einem medizinischen Eingriff treten Komplikationen auf und man trägt, leider auch oft bleibende Schäden davon. Bisher mussten die Opfer von solchen Vorfällen bei der medizinischen Versorgung in Belgien einen langen, teuren und schmerzlichen Gang durch alle juristischen Instanzen gehen, um ihre Ansprüche auf Schadensersatz geltend zu machen.

Doch jetzt bietet der Fonds für Medizinische Unfälle solchen Menschen Hilfe. Der Fonds prüft Klagen und lässt medizinische Fehler untersuchen, Vorgänge, die er auch finanziert. Falls sich herausstellt, dass die beteiligten Ärzte oder Pfleger keine Schuld an körperlichen Schäden trifft, zahlt der Fonds den Opfern eine Entschädigung.

Betroffene Patienten müssen ihren Vorgang bzw. ihren Antrag auf Schadensersatz per Einschreiben an den Fonds senden. Wird der Antrag angenommen, kann man schon innerhalb eines Jahres mit Entschädigungszahlungen rechnen.

Schon jetzt liegen der Einrichtung rund 400 Dossiers vor, auch wenn er seine Arbeit erst ab September aufnehmen wird. Diese hohe Zahl der bereits eingereichten Klagen ist auf das entsprechende Gesetz zurückzuführen, das bereits seit etwa zwei Jahren in Kraft ist.