Lokführerstreik im Güterzugverkehr

Der Güterzugverkehr im Hafen von Antwerpen liegt seit Mittwochabend still. Grund ist ein wilder Streik der Gütersparte der Bahnholding, NMBS Logistics. Dem Streik schlossen sich auch die Lokführer des Betriebswerks Ronet bei Namür an.

Am Donnerstag fahren auf den Gleisen in Belgien kaum Güterzüge, denn in den Betriebswerken Antwerpen und Namür sind die Lokomotivführer des Güterzugbereichs in einen wilden Streik getreten. Den wichtigen Antwerpener Hafen verlässt kein Güterzug und es kommen auch kaum welche dort an, außer die von privaten Bahngesellschaften betriebenen Züge.

Die Lokführer der NMBS-Gütersparte protestieren gegen einen geforderten Wechsel zur Tochtergesellschaft NMBS-Logistics. Das Management der belgischen Bahnholding übt angeblich Druck auf die Lokführer aus, damit diese zum Tochterunternehmen Logistics wechseln und entsprechend ihren Arbeitsvertrag anpassen, was unter anderem ein Ende ihres derzeitigen Statuts mit sich bringen würde. Die Lokführergewerkschaften hingegen fordern, dass das Einheitsstatut des Bahnpersonals bestehen bleibt. Bei NMBS-Logistics würden sie unter schlechteren Bedingungen eingestellt, kritisieren die Lokführer.

Die Bahn hat den wilden aber nicht ganz unangekündigten Streik verurteilt und gibt an, dass die Lokomotivführer dazu ermutigt würden, freiwillig zur Gütersparte zu wechseln. Über 100 Lokführer hätten diesen Schritt bereits unternommen, hieß es dazu in der Bahnzentrale in Brüssel. Die Gütersparte der belgischen Eisenbahngesellschaft NMBS fährt seit langem rote Zahlen ein und alle Rezepte, dies zu ändern, stoßen auf Wiederstand der Gewerkschaften, die ihrerseits monieren, der Fehler liege beim Management und nicht beim Personal.