Meiler Doel 3 bis November vom Netz

Der Atommeiler Doel 3 im gleichnamigen Kernkraftwerk bei Antwerpen bleibt sicher noch bis Ende November abgeschaltet - drei Monate länger als geplant. Nach Angaben von Betreiber Electrabel dauert die Prüfung der Reaktorsicherheit länger als vorgesehen.
Das Kernkraftwerk Doel bei Antwerpen

Im Juni dieses Jahres wurden Risse, bzw. Bläschen in den Stahlringen, aus denen der Reaktorbehälter gebaut ist, festgestellt und der Meiler aus Vorsorge abgeschaltet. Falls sich die Schäden als ernst erweisen, dürfte der Meiler Doel 3 nicht mehr ans Netz genommen werden, teilte Electrabel-Mutterkonzern GDF-Suez mit.

Dann müsse auch der Meiler Tihange 2 im Kernkraftwerk in Tihange bei Huy in der Provinz Lüttich genauer in Augenschein genommen werden, denn dessen Reaktorbehälter wurde vom gleichen Hersteller, ein mittlerweile in Konkurs gegangener niederländischer Stahlkonstrukteur, produziert.

Fachleute gehen von ähnlichen Problemen in der ganzen Welt aus, denn der Stahlproduzent stellte Reaktorbehälter für insgesamt 22 Meiler her. Die flämische Tageszeitung De Morgen meldete in ihrer Donnerstagsausgabe, dass die Kontrollbehörde für nukleare Einrichtungen, FANC, in einer internen Note von 8.707 "Unregelmäßigkeiten“ mit einem Durchmesser von 10 bis 14 mm spricht.

Der größte Teil dieser Probleme zeige sich im unteren Mantelstück des Reaktorblocks Doel 3 und weniger Risse oder Bläschen seien im oberen Mantelstück erkannt worden. Die Risse an sich seien kein wirkliches Problem, zitiert De Morgen die interne Note der FANC, wohl aber die Zahl und die Dichte der Fehler.