Tihange 2: Betonerosion am Atommeiler

Der Betonmantel des Kernreaktoren von Tihange 2 ist durch Erosion beschädigt. Das neue Problem ist vor wenigen Tagen aufgetaucht. Gegenwärtig besteht keine Gefahr, da der Atommeiler nicht mehr arbeitet, seitdem Risse im Reaktorkessel entdeckt worden sind.

Die Erosion tastet den Beton stellenweise bis auf eine Tiefe von 30 cm an. Die Schutzwand wurde bereits repariert, da sie bis auf 10 cm Spuren von Verwitterung zeigte. Das ist laut Experten nicht ungewöhnlich. In Tihange 2 stecke das Problem jedoch viel tiefer.

Für die größeren Witterungsschäden muss eine Lösung gefunden werden, bevor der Reaktor überhaupt wieder eingeschaltet werden darf, sagte der Vorsitzende der Bundesanstalt für Nuklearkontrolle, Willy De Roovere.

Es ist das erste Mal, dass derartige Schäden festgestellt werden. Vermutlich ist die Betonqualität die Ursache, so De Roovere.

Tihange 1 ist nach wie vor schadensfrei. Bei Tihange 3 wurden bereits kleinere Risse entdeckt.

Der Schutzmantel ist 120 cm dick und aus eisenverstärktem Beton. Er soll der Kernreaktor bei Katastrophen schützen.

Der Reaktor enthält keinen Brennstoff mehr. Er wurde im Sommer stillgelegt, als erste Risse im Kesselmantel festgestellt worden waren.