Viele Konkurse während der Sommermonate

Die Wirtschaftskrise hält offenbar endgültig Einzug in Belgien. In den Sommermonaten Juli und August gingen viele Unternehmen in Konkurs. Alleine im August schlossen fast 600 Betriebe ihre Bücher, ein Drittel mehr als im gleichen Monat des vergangenen Jahres.

Das Wirtschaftsprüfungs-Unternehmen Graydon hat die dramatischen Zahlen am Montag veröffentlicht und sprach von einem "belgischen Pleitensommer“. Das dieser Begriff nicht übertrieben ist, zeigen die dramatischen Zahlen: Im Juli und im August gingen in unserem Land fast 1.000 Betriebe in Konkurs.

Im Vergleich zum Vorjahr ist dieser Anstieg absolut dramatisch gewesen, denn alleine im August schlossen fast 600 Unternehmen ihre Bücher, ein Drittel mehr als im August 2011. Dabei gingen etwa 13.500 Arbeitsplätze verloren, die meisten davon im belgischen Bundesland Flandern. In erster Linie waren mittelständische Unternehmen in den Ballungsräumen Gent und Antwerpen betroffen, aber auch das Gewerbe in Kreisstädten wie Mechelen oder Aalst.

Ein Grund für die zunehmende Zahl an Konkursen ist unter anderem die Zurückhaltung der Verbraucher, die unter dem Einfluss der Krise vorsichtig mit ihren Ausgaben sind und wenig Geld ausgeben. Viele Milliarden Euro, die auf klassischen belgischen Sparkonten liegen, werden nicht investiert oder ganz einfach ausgegeben und dies trifft vor allem den Mittelstand enorm.

Zu den größten Opfern der Krise in Belgien gehört Bereich Mode und Bekleidung - schon mehrere namhafte Designer haben ihre Unternehmen dicht gemacht oder verkauft - und Feinkost. Für kulinarische Köstlichkeiten wird in Belgien derzeit kaum noch Geld ausgegeben und wann dies auch das Gaststättengewerbe, bzw. die Restaurants der gehobenen Klasse trifft, bleibt abzuwarten.