Banken bieten nur noch spärliche Zinsen

Die klassischen Sparbücher in Belgien bringen fast nichts mehr ein. Die hier aktiven Banken Rabobank, AXA und ING senken einmal mehr ihre Zinsen und andere Finanzinstitute könnten bald folgen. Inklusive Inflation verlieren die Sparer oft sogar noch Geld.

Derzeit ist der Zinsertrag auf klassische Sparbücher in Belgien auf einem historischen Tiefstand. Zinssätze von 2 % und weniger bringen fast nichts mehr ein und wenn man die Inflation hinzurechnet, dann kann man sogar beim Sparen Geld verlieren.

Derzeit liegt der höchste Zinssatz, den eine belgische Bank bietet, bei 2,4 %. Doch auch hier kann auf Jahresbasis Geld verloren werden, wenn die Inflation weiter steigt, wie bisher.

So geht Kaufkraft verloren, denn zum einen verlieren Sparer Geld und zum anderen - das mag ein Wiederspruch sein, ist aber so - haben die Belgier selten so viel Geld auf klassische Weise auf die „hohe Kante“ gelegt. Konkurse und verlorene Arbeitsplätze sind die Folge davon.

Und es kann sehr rasch noch schlimmer kommen, denn falls die Europäische Zentralbank (EZB) in Frankfurt am kommenden Donnerstag wie erwartet den Leitzins auf 0,5 % senkt, können die Banken noch mehr Geld zu günstigen Bedingungen leihen und dass baden die Sparer dann wieder aus, denn die Finanzgruppen können dann ihnen dann noch kleinere Zinssätze bieten.

Niedrige Zinsen auch auf Staatsanleihen

Auch im Bereich Staatsanleihen liegen die Zinsen in Belgien so niedrig, wie seit der Einführung des Euro 1999 nicht mehr. Unser Land hat bei der letzten Ausgabe von Obligationen mit Laufzeit von 9 bis 27 Jahren 3,195 Milliarden € eingenommen, wie die staatliche Schulagentur meldet.

Für Obligationen mit Verfallsdatum September 2022 z.B. wurde ein Zinssatz von nur 2,584 % geboten. Staatsanleihen mit Ende der Laufzeit März 2041 bringen 3,445 % Zinsen ein. Im Februar, bei der vorherigen Ausgabe von Obligationen, brachte eine vergleichbare Laufzeit noch 4,158 % Zinsen ein. Dies wird wohl auch nicht besser werden, denn bei einer Leitzinssenkung durch die EZB braucht Belgien auch mittelfristig keine höheren Zinsen auf Staatsanleihen mehr zu bieten.