Höhere Verkehrssteuer für ältere Autos?

Die flämische Landesregierung plant bis 2016 eine Reform der Verkehrssteuer für PKW. Diese wird, wie auch die Zulassungssteuer, abhängig vom Schadstoffausstoß berechnet. Damit werden Fahrer von Fahrzeugen, die älter als drei Jahre sind, höher belastet.

Seit dem Frühjahr ist die neue Zulassungssteuer in Kraft. Diese einmalige Steuer auf die Inbetriebnahme eines Fahrzeugs wird seitdem auf Basis von Umweltkriterien berechnet, sprich über die Höhe des Schadstoffausstoßes und nicht mehr über den Hubraum des Motors. Die flämische Landesregierung plant jetzt, ob 2016 auch so mit der Verkehrssteuer vorzugehen. Nach Berechnungen des Flämischen Autofahrerverbandes VAB (vergleichbar mit dem deutschen ADAC) bedeutet dies, dass die Besteuerung von Autos, die älter als drei Jahrs sind, teurer wird.

Betroffen sind dann auch nach VAB-Angaben Rentner, die nicht mehr so oft Auto fahren und demnach eher dazu geneigt sind, ihren älteren Wagen so lange zu nutzen, wie möglich. Der Autofahrerverband in Flandern begründet seine Kritik unter anderem damit, dass ältere Menschen, auch wenn sie weniger Kilometer zurücklegen, mobil bleiben wollen und sollen.

Der VAB führte Berechnungen auf Basis von 15 gängigen Automodellen an, die in Flandern sehr häufig gefahren werden, z.B. Ford Focus, Opel Astra oder VW Golf. Die noch sehr oft vorkommenden älteren Modelle dieser Typen würden bis zu 50 % mehr CO2 ausstoßen und dem entsprechend teurer würde die Verkehrssteuer werden.

Durch die stetig steigenden Diesel- und Benzinpreise würde dadurch das Autofahren für sozial schwächere Kreise und auch für ältere Menschen teilweise unbezahlbar.

Kriterien der Besteuerung überdenken

Der VAB ist angesichts seiner Kriterien und der der flämischen Landesregierung der Ansicht, dass nicht der Besitz eines Autos teurer werden müsse, sondern dass eher der Gebrauch eines Wagens besteuert werden sollte.

Falls im belgischen Bundesland Flandern 2016 tatsächlich die Straßenmaut (über eine Vignette) eingeführt wird, sollte die Verkehrssteuer für gängige Familienautos darin verrechnet werden, lautet der Rat der Autofahrer-Lobbyisten an die Landesregierung.