Tankstellen: Preiskrieg an der Zapfsäule

Die hohen Preise für Benzin und Diesel an den Tankstellen haben in Belgien einen wahren Preiskrieg ausgelöst. Fast alle großen Firmen bieten Rabatte an den Zapfsäulen. Doch was gut für die Verbraucher ist, bringt den Tankstellen-Pächtern und der Staatskasse wenig ein.

Der höchste Preis für Benzin in Belgien steht gerade bei 1,786 € pro Liter und für Diesel wird maximal 1,587 € veranschlagt. Doch eine Analyse einer Webseite, die Kraftstoffpreise vergleicht, zeigt, dass die meisten Tankstellen Nachlässe von 10 bis 16,5 Eurocent pro Liter Kraftstoff bieten.

In diesen Tagen liegen die Preisnachlässe für Treibstoff an den Zapfsäulen höher als früher und sie tauchen auch immer häufiger auf. Vor allem an den vollautomatischen Tankstellen liegen die Rabatte hoch, weil die Kunden dort selbst tanken und weil dort meist auch keine Shops angeschlossen sind. "Mittlerweile bietet ein Teil der Kraftstofffirmen aber auch Rabatte an Tankstellen mit Pächter“, sagt Omer Couckaerts, der die Analyse durchführte.

In erster Linie bieten die großen in Belgien am Markt aktiven Treibstoffmarken Preisnachlässe auf Benzin und Diesel. Kleinere Ketten oder unabhängige Pächter oder Betreiber können keine wirklich hohen Rabatte anbieten. Diese können dabei derzeit natürlich Kunden und somit Einnahmen verlieren. Doch auch Pächter von Markentankstellen verlieren Geld. Doch meist können diese dies mit ihren Angeboten in Shops oder Schnellrestaurants kompensieren.

Verlierer Staatskasse?

Dieser Preiskrieg an den Zapfsäulen sorgt auch für erhebliche Mindereinnahmen bei der Staatskasse. Nicht wenige Tankstellen schreiben durch ihre hohen Rabatte bis zu 80 % ihrer Gewinnspanne ab und damit fallen auch Steuern auf diese Einnahmen weg. Je niedriger die Kraftstoffpreise an der Tankstelle, desto geringer auch die Einnahmen für den Staatssäckel.

Aus dem Kabinett von Bundesfinanzminister Steven Vanackere (CD&V) verlautete, dass dies die Regierung finanziell nicht in Schwierigkeiten bringe. Vanackere bemerkte zudem, dass man der belgischen Regierung noch vor zwei Wochen vorgeworfen habe, sie profitiere von den hohen Preisen für Benzin und Diesel, denn dies bringe erhebliche Einnahmen über die Mehrwertsteuer mit sich. Beide Entwicklungen wiegen sich gegenseitig auf, so ein Sprecher des Finanzministeriums in Brüssel.