Trabelsi weiter hinter Gittern

Die Anklagekammer in Antwerpen hat am Donnerstag den Antrag auf Haftentlassung unter Auflagen des belgisch-tunesischen Terroristen Nizar Trabelsi abgewiesen. Er bleibt also in Haft bis der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg seinen Fall über die Auslieferung an die Vereinigten Staaten behandelt hat. Das sagt sein Anwalt Marc Nève.

Der Ex-Profifußballspieler Nizar Trabelsi war 2001 verhaftet und 2004 zu zehn Jahren Haft verurteilt worden. Ihm war die Planung eines Attentats gegen den Militärstützpunkt Kleine Brogel zur Last gelegt worden. Er hat die Strafe inzwischen vollständig abgesessen.

Die USA bemühen sich bereits seit 2007 um seine Auslieferung. Dort soll er wegen Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung vor Gericht gestellt werden.

"Ich habe die Begründung noch nicht gesehen, aber fest steht, dass die Anklagekammer das Urteil der Ratskammer von Hasselt gekippt hat", erklärt Anwalt Nève. Die Ratskammer wollte den als Terroristen verurteilten Trabelsi vor zwei Wochen noch unter Auflagen frei lassen. Zu den Auflagen gehörten zum Beispiel eine feste Adresse unter der Trabelsi zu erreichen sei, nachts das Haus nicht zu verlassen und sich einmal in der Woche bei der Polizei zu melden.

Die Bundesstaatsanwaltschaft war dagegen in Berufung gegangen. Die Anklagekammer sollte daraufhin eine Entscheidung herbeiführen und sie hat am Donnerstagnachmittag befunden, dass Trabelsi hinter Gitter bleiben müsse. "Vielleicht werde ich später erneut einen Antrag auf Haftentlassung unter Auflagen einreichen, falls es neue Elemente gibt", so der Anwalt noch.

Trabelsi bleibt also im Gefängnis bis sich der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte über eine Auslieferung an die Vereinigten Staaten ausgesprochen hat. Wann der Fall vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte behandelt wird, ist nicht deutlich.