Reichster Franzose will Belgier werden

Bernard Arnault, der reichste Mann Frankreichs möchte Belgier werden. Er hat die doppelte französisch-belgische Staatsbürgerschaft beantragt. Der 63-jährige Arnault (Foto) ist der Besitzer des Luxusgüter-Konzerns LVHM (Louis Vuitton-Moët-Hennessy).

Außerdem ist er Mehrheitseigner bei Christian Dior und Eigentümer der Wirtschaftszeitung “Les Echos”.

Bernard Arnault ist laut Forbes der viertreichste Mann der Welt und der reichste Mann in Europa. Der französische Unternehmer soll über ein Vermögen von 41 Milliarden Dollar verfügen.

Wie die Zeitungen „La Libre“ und „La Derniere Heure“ am Samstag berichten, hat Arnault einen Einbürgerungsantrag beim zuständigen Ausschuss des belgischen Parlaments gestellt. Ein Grund dafür könnte die vom neuen französischen Präsidenten Hollande angekündigte Reichensteuer in Frankreich sein. Die französische Regierung will kommende Woche eine 75 Prozent-Steuersatz für die höchsten Einkommen verabschieden.

Arnault selbst ließ aber dementieren, dass die geplante Reichensteuer der Grund für seinen belgischen Einbürgerungsantrag sei. Er wolle mit der doppelten Staatsbürgerschaft vielmehr sein Investitionen in Belgien gezielt unterstützen. Er bleibe für das französische Finanzamt auch in Zukunft Franzose, heißt es in einer Presseerklärung des Milliardärs.

Sowieso kann Arnault mit seinem Antrag auf Einbürgerung nicht auf eine Vorzugsbehandlung rechnen, betonte Georges Dallemagne, der Vorsitzende der Einbürgerungskommission im Parlament an. Die bearbeitet zur Zeit insgesamt etwa 47.000 solcher Anträge.

Arnault werde sowieso nachweisen müssen, dass er eine nachhaltige und langfristige Beziehung zu Belgien haben, aber das sei höchstwahrscheinlich im privaten und beruflichen Leben des superreichen Franzosen eh der Fall, stellt „La Libre“ fest.