Wirtschaft stabiler als erwartet

Im zweiten Quartal ist die belgische Wirtschaft im Vergleich zum ersten Quartal um 0,5 Prozent geschrumpft. Dies gab die Nationalbank gestern in Brüssel bekannt. Dieser Rückgang liegt allerdings leicht hinter den Prognosen, die vor dem Sommer ausgegeben wurden.

Damals war die Nationalbank davon ausgegangen, die Wirtschaft werde um 0,6 Prozent schrumpfen. Auf Jahresbasis beträgt die Schrumpfung jetzt 0,3 Prozent.

Der Konjunkturrückgang im zweiten Quartal ist vor allen Dingen auf zwei Faktoren zurückzuführen: den rückläufigen Inlandskonsum und die Abnahme der Investitionen für den Haus- und Wohnungsbau.

Gesunken sind aber auch die Investitionen des Staates, und zwar etwa um drei Prozent. Das alles hatte zur Folge, dass die industrielle Produktion um 1,7 Prozent zurückging.

Eine weitere Erklärung für das Negativwachstum sind sowohl die sinkenden Ausfuhren (-0,4 Prozent) als auch die Importe, die um 0,9 Prozent zurückgegangen sind.

Trotz dieser wenig erfreulichen Entwicklung kann derzeit von einer Rezession in Belgien noch nicht gesprochen werden, da im ersten Quartal des Jahres noch ein leichtes Wachstum zu verzeichnen war.

Von einer Rezession ist erst die Rede, wenn die Wirtschaft in zwei aufeinanderfolgenden Quartalen zurückgeht. Genau dies dürfte schon bald der Fall sein, denn erst kürzlich warnte Luc Coene (Foto), der Gouverneur der Nationalbank davor, dass auch im dritten Quartal mit einem Rückgang des Wachstums gerechnet werden müsse. Diese Prognose war in politischen Kreisen zum Teil scharf kritisiert worden.