“Reaktion der Rockerszene unvorhersehbar”

Am Sonntagvormittag ließ die Staatsanwaltschaft die Ermordung zweier Mitglieder und eines Sympathisanten der Rockerbande Outlaws in Maasmechelen nachspielen. Hierbei galten strengste Sicherheitsmaßnahmen. „Reaktion aus der Rockerszene sind unvorhersehbar. Wir gehen auf Nummer sicher“, so ein Justizsprecher.

Die beiden Outlaws und der Sympathisant waren im Mai 2011 während eins Empfangs in einer Reifenzentrale erschossen worden. Ihre Leichen waren danach in einem Lieferwagen im Zuid-Willemskanal versenkt worden. Der Besitzer der Reifenzentrale unterhielt Kontakte zur konkurrierenden Rockerbande Hells Angels.

Die Ermittler gingen deshalb davon aus, dass es sich bei diesem Mordfall um einen Konflikt zwischen rivalisierenden Rockerbanden handelte. Drei Mitglieder der Hells Angels wurden als Verdächtige festgenommen, verweigerten bisher aber jede Zusammenarbeit mit den Ermittlern.

Am Sonntagvormittag ließ die Staatsanwaltschaft den Dreifachmord nachstellen, in der Hoffnung so neue Erkenntnisse über den Tathergang zu gewinnen. Mindestens einer der drei Verdächtigen war dabei zugegen. Einer der Verdächtigen ist übrigens inzwischen im Gefängnis verstorben.

„Sie können selbst entscheiden, ob sie dabei sein wollen oder nicht und vor Ort können die Verdächtigen dann auch noch ihre eventuelle Bereitschaft zur Mitarbeit erklären. Wir können sie hierzu aber nicht zwingen“, erklärte Justizsprecher Eric Van Der Sypt. „Zur Stelle sein werden auch alle Tatzeugen, die an Ort und Stelle darlegen werden, was genau sie zur Tatzeit gesehen haben.“ Laut Van Der Sypt „steht der Fall kurz vor der Lösung.“

175 Polizisten, Polizeihunde und Hubschrauber

Weil in der Rockerszene immer mit dem schlimmsten gerechnet werden muss, wurden strengste Sicherheitsmaßnahmen getroffen. Zur Stelle waren 175 Polizisten und ein Hubschrauber sorgte für die Luftüberwachung. Es wurden auch Polizeihunde eingesetzt und Anwohner mussten ihre Häuser verlassen. Die ganze Umgebung wurde hermetisch abgeriegelt, um neugierige Blicke unmöglich zu machen.

Über dem Gebiet galt ein Flugverbot und auch die Schifffahrt auf dem Kanal wurde mehrere Stunden lang stillgelegt.

„In der Szene der Rockerbanden kann es zu unerwarteten Reaktionen kommen. Deshalb sind diese strengen Sicherheitsbestimmung absolut gerechtfertigt. Wir wollen auf Nummer Sicher gehen“, so Van Der Sypt.