Albert Frère: "Meine Nachfolge ist geregelt"

Bürgermeister Armand De Decker des Brüsseler Stadtteils Ukkel, ist davon überzeugt, dass der französische Multimilliardär Arnault wegen eines mit seinem Freund Albert Fère gemeinsam geplanten "großen Industrieprojektes" die belgische Staatsbürgerschaft in Belgien beantragt hat. Der belgische Milliardär Albert Frère (großes Foto) will das jedoch nicht bestätigen. Er sagt: "Derzeit haben wir kein einziges konkretes Projekt." Und auch mit seiner Nachfolge habe der Antrag auf Einbürgerung seines Freundes nichts zu tun.

Vor etwa eineinhalb Monaten ist De Decker zu Ohren gekommen, dass Arnault (kleines Foto) die belgische Staatsbürgerschaft beantragt hat.

"Das hat er jedoch nicht aus Steuergründen getan. Der Grund ist ein großes Industrievorhaben in Belgien, das er zweifelsohne mit seinem Freund Albert Frère aufziehen will", so der Bürgermeister von den französischsprachigen Liberalen MR.

Der belgische Milliardär Albert Frère, ein guter Freund des französischen Geschäftsmannes Bernard Arnault, widerspricht jedoch, dass hinter der möglichen Einbürgerung von Arnault ein gemeinsames Projekt stecke.

"In der Vergangenheit haben wir zusammen Investitionen getätigt. Und das machen wir mit viel Freude wieder", sagte Frère am Montagabend in einem Interview mit der französischen Zeitung Le Figaro. "Der Schritt, den Arnault nun macht, haucht diesen Träume vielleicht wieder Leben ein, aber derzeit haben wir kein einziges konkretes Projekt."

Es hatte Gerüchte gegeben, dass der Antrag Arnaults, Belgier zu werden, mit der Nachfolge von Frère zusammenhänge. Der belgische Milliardär streitet das ab und betont, dass seine Nachfolge bereits seit 1982 festgelegt sei. "Meine Nachfolge ist geregelt", sagte Frère noch gegenüber Le Figaro.

Der 63-jährige Arnault ist der Besitzer des Luxusgüter-Konzerns LVMH und laut Forbes mit einem Vermögen von 41 Milliarden Dollar der viertreichste Mann der Welt. Letztes Wochenende war bekannt geworden, dass er Belgier werden wolle. Der französische Multimilliardär hat hierfür einen Antrag auf Einbürgerung in der zuständigen Kommission im Parlament eingereicht.