Energierechnung vom Ölpreis loskoppeln

Wirtschaftsminister Johan Vande Lanotte (SP.A) begrüßt den Vorschlag der belgischen Regulierungsbehörde CREG, die Energierechnung vom Ölpreis loszukoppeln. Staatssekretär für Energie Melchior Wathelet (CDH) reagiert vorsichtiger.

"Wenn der Bäcker Ihnen erzählt, dass der Brotpreis gestiegen ist, weil die Äpfel teurer geworden sind, finden Sie das doch auch merkwürdig", sagte Vande Lanotte (Foto oben) gegenüber der VRT. Der Minister sprach sich klar und deutlich für den Vorschlag der CREG aus.

"Ich glaube, dass es in der Regierung eine Basis gibt, um diesen Vorschlag zu konkretisieren. Wir müssen den Lieferanten nur die Zeit lassen, sich auf ein neues Berechnungssystem einzustellen."

Sechs von zehn Familien erhalten heute eine Energierechnung, die sich am Ölpreis orientiert. Der CREG zufolge führt dieser Umstand dazu, dass pro Jahr und pro Familie eine Differenz von bis zu  600 Euro entsteht.

Vande Lanotte zufolge wäre der Preis nach einer Anpassung des Systems in erster Linie ehrlich: "Große Lieferanten werden sich anpassen müssen, aber diese Anstrengungen dürfen wir doch wohl von den Energielieferanten erwarten."

Der Staatssekretär für Energie, Melchior Wathelet, reagiert vorsichtiger: "Große Energielieferanten haben meist auch langfristige Verträge unterzeichnet und können den Preis nicht ohne Weiteres senken."