Flämische Gerichte sind nicht "kundenorientiert"

Zu dieser Feststellung sind Jurastudenten gekommen, die ca. 750 Anwälte und Bürger, die Rechtsbeistand ersuchen, befragten. Viele Bürger verstehen die juristische Fachterminologie nicht und müssen häufig stundenlang warten, bevor ihre Akte vorkommt.

Die Jurastudenten befragten Bürger und Anwälte an den Gerichten von Tongeren, Antwerpen, Mechelen und Turnhout.

Viele Befragten sagten, sie seien nicht in der Lage, den Inhalt der Vorladung zu verstehen.

Weil die Menschen unsere Briefen nicht verstehen, sagte Jacques Mahieu im Gespräch mit der VRT, haben wir Kontakt mit den Experten von "Wablief?" aufgenommen, um allgemein verständliche Texte aufzusetzen.

Wer seine Gerichtsakte einsehen will, muss die Gerichtskanzlei wochentags vor 16 Uhr aufsuchen. Für Menschen, die den ganzen Tag arbeiten, sind die Öffnungszeiten der Gerichtskanzlei höchst unpraktisch, stellten die Studenten bei ihrer Umfrage über die "Kundenfreundlichkeit" der Gerichte fest.

 

Öffnungszeiten können allerdings nicht auf Initiative der Gerichte selbst praktischer gestaltet werden, da diese durch Gesetze und Königliche Erlässe festgelegt werden.

Die Befragten beklagten auch die langen Wartezeiten am Tag der Vorladung. Zwar müsse jeder vor Prozessbeginn bereits um 9 Uhr im Gerichtssaal sein, aber häufig dauere es Stunden, bis ein Fall verhandelt würde. 

In Antwerpen wurde dafür jüngst eine Lösung implementiert: Der Greffier verschickt eine SMS an die Anwälte, die wiederum ihre Klienten über die Uhrzeit informieren, wenn der Fall voraussichtlich behandelt wird.