Was wird mit Ford Genk?

Der amerikanische Autobauer Ford arbeitet derzeit an einem europäischen Konzept zur Restrukturierung, das die Schließung des Werks in Genk (Limburg) vorsieht. Das schreibt das Wall Street Journal am Donnerstag. Die Gewerkschaften hoffen, dass es sich hier lediglich um eine Spekulation handelt.

Ford wolle seinen Gewinn in Europa steigern, indem es seine Kosten senke, heißt es. Ein Sprecher des Autobauers wollte sich nicht zu dieser Information äußern.

Der Wirtschaftszeitung zufolge lasse sich die Schließung durch die Tatsache erklären, dass das Werk in Genk, das 4.000 Mitarbeiter beschäftigt, hauptsächlich den "Mondeo Sedan" produziere, ein Modell, das dem des "Fusion" sehr ähnlich sei. Ford weitet jedoch seine Produktionskapazitäten in den USA aus und hat schon ein Werk für dieses Modell in Mexiko.

Ein anderes Argument der Zeitung ist, dass die Gewerkschaften der Autoindustrie in Belgien weniger mächtig als in Großbritannien und Deutschland seien, wo der Autobauer auch Fabriken hat.

"Wir werden uns an diesem Donnerstagnachmittag bei der europäischen Direktion in Köln erkundigen", raegiert Rohnny Champagne von der Gewerkschaft ABVV. "Es gibt für uns keinen Grund zur Annahme, dass sich die Direktion nicht an die Absprachen der Vergangenheit zur Sicherung der Arbeitsplätze, die sie mit der flämischen Region getroffen hat, hält. Es steht aber auch fest, dass eine solche Meldung in einem Medium wie dem Wall Street Journal Anlass zur Beunruhigung gibt."

Die flämische Presse hat am Donnerstag ebenfalls berichtet, dass die Arbeiter des Limburger Werks im letzten Trimester 2012 zu 36 Tagen Kurzarbeit verdammt werden könnten.