Marc Dutroux beantragt Fußfessel

Einer der größten Verbrecher Belgiens, Kindermörder Marc Dutroux, hat eine elektronische Fußfessel beantragt. Er will unter elektronischer Aufsicht aus dem Gefängnis kommen. Das hat die VRT-Redaktion aus verlässlichen Quellen vernommen und wurde von der Direktion des Gefängniswesens bestätigt. Dutroux war 2004 zu lebenslanger Haft und 10 Jahren Sicherungsverwahrung verurteilt worden.

Dutroux hat seinen Antrag auf Freilassung unter elektronischer Aufsicht bei der Gefängnisdirektion von Nivelles (Wallonisch-Brabant) eingereicht. Dort sitzt er derzeit im Gefängnis. Er hat das Recht, solch eine Fußfessel zu tragen, weil er im April nächsten Jahres für eine Haftentlassung unter Auflagen in Frage kommt.

"Dem Gesetz nach ist jeder Gefangene berechtigt, 6 Monate vor dem Datum seiner frühzeitigen Haftentlassung, die elektronische Fußfessel beantragen", so der Sprecher der Strafvollstreckungseinrichtungen Laurent Sempot: "Zwar erstelle ich die Gutachten nicht selbst, aber es scheint mir höchst unwahrscheinlich, dass Dutroux ein positives Gutachten erhält."

Der gleichen Ansicht ist auch Freddy Pieters, Vorsitzender des Brüsseler Strafvollstreckungsgerichts: "Das Gericht kann das Gesuch aus mehreren Gründen ablehnen. Zum Beispiel mit der begründung, dass der Schock, den Dutroux in der Gesellschaft hinterlassen hat, noch nicht bewältigt ist. Oder das die Gefahr weiterer schwerwiegender Straftaten besteht." Man könne sich natürlich auch fragen, wer Dutroux bei einer vorzeitigen Haftentlassung betreuen würde und ob es überhaupt Sinn mache, so Pieters weiter.

Dutroux Anwalt war nicht informiert

Dutroux Rechtsanwalt Ronny Baudewijn war über das Gesuch seines Klienten nicht informiert. Im TV-Magazin "Terzake" sagte Baudewijn: "Der Mann ist ein Psychopath und besitzt keinerlei Empathie. Er ist der Meinung, dass er die gleichen Rechte hat wie jeder andere Häftling und will diese einfordern. Er hegt noch stets die Hoffnung, eines Tages auf freien Fuß zu kommen."

Dutroux wurde 1996 verhaftet. In seinem Haus hatten die Ermittler einen Keller entdeckt, in dem er die durch ihn entführten Kinder eingesperrt und sexuell missbraucht hatte. 2 Opfer wurden von ihm ermordet, 2 weitere sind dort verhungert.