Umfrage: historisches Hoch für N-VA

Wären heute Parlamentswahlen würden die flämischen Nationalisten von der N-VA eine Rekordzahl an Stimmen hinter sich vereinen. Das geht aus den Umfragen unseres Hauses VRT und der Zeitung De Standaard nach den Wahlabsichten der Flamen hervor. Die flämischen Liberalen von der Open VLD würden ein historisches Tief in zehn Jahren unserer Umfragen erleben.

Wären heute Wahlen zum belgischen Parlament würden die flämischen Nationalisten von der N-VA 36,3 Prozent der Stimmen auf sich vereinen. Das ist 8,1 Prozent mehr als bei den Parlamentswahlen vor zwei Jahren. Die N-VA holt damit in unseren Umfragen ihr bestes Ergebnis seit der separaten Teilnahme der  Partei an den Wahlen.

Im Juni 2008 hatte die N-VA noch 6,6 Prozent erzielt. Seither ging es steil nach oben, mit Ausnahme eines leichten Dämpfers im Mai 2009. Ab 2010 bis heute hat die Partei besonders stark zugelegt, das heißt auf heute 36 %.

CD&V holt die Hälfte von N-VA

Die Partei mit dem Parteipräsidenten Bart De Wever ist damit wieder größte Partei in Flandern. Es folgt ihr ehemaliger Kartellpartner, die flämischen Christdemokraten von der CD&V. Sie holen nur etwa die  Hälfte der Stimmen (18,5 %) der N-VA. Trotzdem ist das noch ein besseres Ergebnis als bei den Wahlen von 2010. Die CD&V würde 1 Prozent zulegen. Bei den belgischen Wahlen vor fast zehn Jahren hatte die CD&V noch 26 Prozent der Stimmen inne.

Open VLD auf dem Tiefstand

Zu den Verlierern können sich bei dieser Umfrage vor allem die flämischen Liberalen von der Open VLD zählen. Die Partei von Alexander De Croo ist auf ihrem Tiefstand seit Beginn unserer Umfragen angelangt. Die Partei würde 3 Prozent im Vergleich zu den letzten belgischen Wahlen verlieren und bewegt sich knapp über der symbolischen Grenze von 10 Prozent (10,7%). Vor zehn Jahren holten die flämischen Liberalen noch 26 Prozent der Stimmen.

Vlaams Belang weiter unter 10 Prozent

Der rechtsextreme Vlaams Belang würde der Umfrage zufolge das gleiche Ergebnis wie bei der letzten Umfrage im März erzielen und kann also seinen Verlust von 3 Prozent seit den Wahlen von 2010 stabilisieren. Die Partei von Filip Dewinter vereinte einst 25 Prozent der flämischen Wähler hinter sich.

Die flämischen Sozialisten von der SP.A liegen mit 14,5 Prozent  etwas unter dem Ergebnis der letzten Wahlen. Die flämischen Grünen von Groen sind ein Teil ihrer Gewinne aus den letzten Umfragen wieder los, schneiden aber mit 7,9 Prozent immer noch etwas besser ab als bei den Wahlen im Jahr 2010.

Die rechtsliberale Liste LDD von Jean-Marie Dedecker würde, wären heute Wahlen, in die Bedeutungslosigkeit abrutschen und nur noch 1,3 Prozent auf sich vereinen. Zu Zeiten ihres Höhepunkts hatte die LDD 14 Prozent in unseren Umfragen.

Kris Peeters beliebtester Politiker in Flandern

Zu den beliebtesten Politikern in Flandern haben die Befragten den flämischen Ministerpräsidenten Kris Peeters (CD&V) gemacht, der die Liste der 10 Lieblingspolitiker anführt. Danach folgen Bart De Wever (N-VA), Hilde Crevits (CD&V) und Johan Vande Lanotte (SP.A).

Premierminister Elio Di Rupo gewinnt inzwischen immer mehr das Vertrauen der Flamen. 57 Prozent der Flamen vertraut ihm. Das ist 5 Prozent mehr als bei der letzten Umfrage.