Rubik-Deal soll nur 200 Mio. € einbringen

Der Steuerrechtexperte und Dozent Thierry Afschrift bezweifelt, dass der von Außenminister Didier Reynders (MR) erörterte Deal über belgisches Schwarzgeld auf schweizer Konten 10 Mia. € einbringen werde. Höchstens 200 Mio. € würde der belgische Staat eintreiben.

Im Gegenzug für die Wahrung des Bankgeheimnisses ist die Schweiz bereit, belgisches Schwarzgeld auf schweizer Konten einmalig zu besteuern und diese Steuereinnahmen dem Staat zu übermachen.

Großbritannien und Österreich haben bereits einen so genannten "Rubik-Deal" geschlossen.

Außenminister Reynders (Foto) hofft, dass eine Einigung mit der Schweiz 10 Milliarden Euro in die Staatskasse schleust.

Staatssekretär für Betrugsbekämpfung John Crombez (SP.A) reagierte prompt auf Reynders Vorhaben und drohte die Regierung zu verlassen, falls es zu einem Steuerdeal mit der Schweiz käme.

Rechnung gemacht

Steuerexperte Afschrift sagte, dass Reynders Hoffnung auf 10 Milliarden Euro nicht aufgehen werde. "Die Steuer wird nicht auf das gesamte belgische Kapital auf schweizer Konten erhoben, sondern nur auf die erworbenen Zinsbeträge während eines bestimmten Zeitraums."

"Deutschland soll 1,9 Milliarden Euro aus seinem Deal herausschlagen", so Afschrift in der Finanzzeitung De Tijd, "der Betrag von 10 Milliarden Euro für Belgien ist aus der Luft gegriffen." Laut Afschrift sollen höchstens 200 Millionen Euro in die Staatskasse fließen.

Schätzungsweise sollen die Belgier 25 Milliarden Euro auf Schweizer Konten eingelegt haben.