"Belgiens Firmen sollten international aktiver werden"

Belgien verliert zunehmend Marktanteile im internationalen Export. Innerhalb von zehn Jahren waren das sogar rund 20%. Unser Land muss mehr abtreten als Deutschland und die Niederlande und wir haben es teilweise verpasst, auf den Zug der jetzt boomenden Witschaften aufzuspringen. Das geht aus einer Studie hervor, die der belgische Unternehmerberband in Auftrag gegeben hatte.

Belgien ist eine kleine offene Wirtschaft, die derzeit vor allem vom Export in die Nachbarländer abhängt. Das Wachstum des Reichtums der Welt bildet sich jedoch stets mehr außerhalb dieses Bereichs. Die Zahlen, die der Internationale Währungsfonds im Juli bekannt gab, zeigen das eindeutig. Das Bruttoinlandsprodukt der Eurozone wird in diesem Jahr 0,3% schrumpfen, während das anderer Länder wächst: Um +2% in den Vereinigten Staaten, +8% in China, +6,1% in Indien, +4% in Russland, +5,4% in Afrika südlich der Sahara.

Die Studie der Universitätsprofessoren Leo Sleuwaegen (KUL) und Carine Peeters (ULB) zeigt auch, dass der Anteil Belgiens am internationalen Güterexport zwischen 2002 und 2011 um 21% sank. Was Dienstleistungen angeht, so verlor Belgien in dieser Zeit einen Anteil von etwa 9%. Im Gegensatz zu Frankreich und Italien bleibt unser Land eine wichtige Exportmaschine, obwohl es schwere Marktanteilsverluste in der industrialisierten  Welt erleidet (USA, Japan, Australien,…).

Der belgische Unternehmerverband nennt zwei Gründe für diese Marktanteilsverluste. Auf der einen Seite sei es uns nur unzureichend gelungen, die steigenden Kosten (Lohnkosten, Energie, administrative Kosten, Steuern,…) unter Kontrolle zu halten, auf der anderen Seite sei der Übergang zu einem Wachstum, das sich mehr und mehr auf innovative und internationale Unternehmen basiert, noch zu langsam.

Wollen unsere Unternehmen weiter wachsen, müssen sie die Grenzen der Eurozone überschreiten. Sie sollten auch begreifen, dass sie der Internationlisierung einen zentralen Platz in ihrer Strategie einräumen müssen, betont der Unternehmerverband in seiner Mitteilung noch.