ArcelorMittal: Schlichter soll Konflikt entschärfen

Die belgische Arbeitsministerin Monica De Coninck (SP.A) hat einen Schlichter beauftragt, Vertreter der Direktion des Stahlriesen ArcelorMittal und die Gewerkschaften wieder an den Verhandlungstisch zu holen. Das hat die Presseabteilung der Ministerin am Montagabend gesagt.

Die Direktion von ArcelorMittal hatte die Arbeiter am Montagmorgen davon unterrichtet, dass das Unternehmen seinen Investitionsplan für neue Kaltwalzwerke in Lüttich zurückziehe. Die Gespräche  zwischen Gewerkschaften und der Direktion über einen Sozialplan  waren kurz zuvor gescheitert. Die Schließung der beiden Hochöfen in Lüttich war schon 2011 entschieden worden. Damals sprach ArcelorMittal von einem Verlust von 600 Arbeitsplätzen. Inzwischen wird über 800 Jobs verhandelt.

Mehreren Stimmen im Unternehmen zufolge, darunter vor allem den Gewerkschaftsstimmen zufolge, bedeute die jüngste Ankündigung von ArcelorMittal das Ende der Stahlindustrie in Lüttich, sowohl was die Warm- als auch die Kaltwalzwerke im Lütticher Stahlbecken betreffe. Die belgische Regierung will diese Hiobsbotschaft jedoch nicht einfach hinnehmen.

Auch der wallonische Wirtschaftsminister Jean-Claude Marcourt ließ am Montag wissen, dass er das Verhalten der Direktion von ArcelorMittal bedauere. Er fordert die Direktion von ArcelorMittal auf, die langfristige Strategie des Unternehmens preis zu geben.

Bei dem Unternehmen in Lüttich sind 2.000 Arbeitsplätze in Gefahr.

Minister De Coninck sagt, dass sie schon einmal vorgeschlagen hatte, zwischen der Direktion und den Gewerkschaften in Lüttich zu vermitteln, aber dass nicht alle Parteien damals damit einverstanden gewesen seien. Jetzt hofft sie, zusammen mit der wallonischen Regierung mehr Druck ausüben zu können, damit die Kaltwalzwerke im Lütticher Stahlbecken weiter laufen.