Belgien ein Spionagepflaster

Nirgendwo auf der Welt gibt es mehr Spionagetätigkeiten als in unserem Land. Das sagt Alain Winants, der Chef des belgischen Staatssicherheits-Dienstes gegenüber der europäischen Nachrichtenwebseite EUobserver.

"Ich spreche dabei von hunderten von Spionen in Brüssel", so Winants. "Belgien ist ein Land mit vielen Diplomaten, Geschäftsleuten, aber auch internationalen Einrichtungen. Das macht unser Land zu einem 'place to be' für die Spione." Für den Chef der Staatssicherheit ist die Spionage noch genauso aktiv wie in Zeiten des Kalten Krieges.

Die Spionage in Brüssel habe sich mit der Zeit stark weiterentwickelt. "Zunächst gab es hier die klassische Spionage des Kalten Krieges, danach die terroristische Bedrohung der CCC (Kämpfende kommunistische Zellen: War Mitte der 1980er Jahre in Belgien aktive, linksterroristische Gruppe, Red.!) und letztlich eine Zeit der nordirischen Terroristen. Die letzte Entwicklung sind jetzt die islamistischen Terroristen, eine Gefahr, die heute alle Sicherheitsdienste weltweit beschäftigt", so Winants.

Spionage sei auch viel verbreiteter als die Bürger annehmen würden. "Es wäre naiv zu denken, dass nur Länder wie Russland, China oder der Iran Spione einsetzen."