Belgien, ein Paradies für Geldwäscher

Die Antwerpener Justiz führt derzeit Ermittlungen gegen ein Antwerpener Goldunternehmen, einer der größten Goldhändler weltweit. Wegen eines Patzers in der Gesetzgebung sei das Gericth jedoch machtlos, schreibt die Zeitung De Tijd am Dienstag.

Die Staatsanwaltschaft hatte herausgefunden, dass Kriminielle mit viel Gold zu dem Unternehmen kommen konnten und dafür gigantische Geldsummen cash erhielten. Solche Transaktionen hinterlassen keine Spuren. Auch andere europäische Länder machen sich jetzt Sorgen und haben der Antwerpener Justiz bereits Fragen zu diesem Fall gestellt.

Ein Schnitzer in der Gesetzgebung verhindert jedoch, dass die Justiz gegen eine solche Praxis vorgehen kann. Die Vorschriften besagen, dass jeder Verkauf ab 5.000 Euro elektronisch bezahlt werden muss. Dieses Cashverbot gilt aber nur für Verkäufe von Händlern und nicht für Ankäufe durch Händler.Goldhändler können also ungehindert Gold einkaufen, auch wenn das Gold kriminellen Ursprungs ist.

Die Händler sind gesetzlich auch nicht verpflichtet, verdächtige Transaktionen bei der Abteilung für den Kampf gegen Geldwäsche zu melden.

Für Claude Delepière, Chef der Antigeldwäsche-Abteilung, müsse im gesamten Sektor eine solche Meldepflicht eingeführt werden.

Der Staatssekretär für Betrugsbekämpfung, John Crombez (SP.A) ist bereits von dem Problem unterrichtet worden, will sich aber vorerst nicht hierzu äußern.

Walter Damen, dem Anwalt des besagten Goldunternehmens, zufolge, lasse sich ein Cashverbot im Goldsektor nicht durchsetzen.