Mehr Minderheiten auf Wahllisten

Die Zahl der Kandidaten, die aus einer ethnisch-kulturellen Minderheit kommen, erreicht 9,46 Prozent auf den Wahllisten in den 13 zentralen Städten Flanderns. Das sind fast 3 Prozent mehr als bei den Kommunalwahlen von 2006.

Die großen Städte (Antwerpen und Gent) verzeichnen den meisten Zulauf. Danach folgen die Städte Löwen und Genk. Zu diesem Ergebnis ist das Minderheitenforum gekommen, das eine genaue Analyse der Wahllisten gemacht hat.

"Die politischen Parteien setzen bewusst auf Diversität", betont Naima Charkaoui, die Direktorin des Forums. "Dahinter steckt sicher viel politisches Kalkül und es ist noch zu früh, um von einer Einholaktion zu sprechen. Der Unterschied zwischen der Zusammensetzung der Gesellschaft und den Listen ist noch zu groß."

Cherkaoui findet, dass diese Zunahme eine positive Entwicklung sei, denn sie bedeute, dass die Minderheiten künftig besser den politischen Terminkalender mitbestimmen können. Die Partei mit den meisten Ausländern auf ihren Listen ist die linksextreme PVDA mit ihrem Präsidenten Peter Mertens. Danach folgen die flämischen Grünen Groen und die flämischen Sozialisten von der SP.A.

Unter den Parteien der Mitte ist die christdemokratische CD&V die Partei, bei der man den meisten Zulauf von Ausländern registriert hat. CD&V-Präsident Wouter Beke betonte: "Was uns betrifft, so ist jeder willkomen, denn wir wollen ja eine Volkspartei sein."

Ganz hinten bei der Zahl ethnischer und kultureller Minderheiten auf den Wahllisten stehen die flämischen Nationaldemokraten N-VA und der rechtsextreme Vlaams Belang.