Walloniens Regierung verhandelt mit ArcelorMittal

Die wichtigsten Minister der wallonischen Regierung haben sich am Dienstagmorgen um 8.30 Uhr mit den Gewerkschaftsvertretern von ArcelorMittal in der wallonischen Regierung getroffen.

"Die wallonische Regierung hat uns versprochen, unser Projekt zu begleiten. Heute handelt es sich um eine Informationssitzung, bei der uns die Regierung einen Businessplan vorlegen wird, den wir uns ansehen werden. Wir wollen ein kohärentes und solides Projekt", betonte Francis Gomez, der Präsident der sozialistischen Metallgewerkschaft in Lüttich.

Zu Beginn der Sitzung wollten sich die Minister nicht mit den Journalisten unterhalten.

Letzte Woche hatte die Direktion von ArcelorMittal gedroht, dass sie den Investitionsplan von 138 Millionen Euro für neue Kaltwalzwerke in Lüttich zurückziehen werde. Die Sozialverhandlungen steckten in der Sackgasse. Direktion und Gewerkschaften haben sich seither geweigert, weiter zu verhandeln. Es herrscht weiter Unsicherheit über die  Absichten des Stahlriesen am Lütticher Standort.

Die Gewerkschaften schlagen vor, aus der Lütticher Fabrik ein kleines unabhängiges Stahlwerk zu machen. Diese Pläne halten einige jedoch für unrealistisch. So werde ArcelorMittal niemals rohes Gusseisen kaufen, das in einem Hochofen produziert wird, der durch die Regierung übernommen wurde. Das Stahlunternehmen werde derartige Anweisungen auch den Subunternehmern geben. Das hat der Stahlbetrieb bereits am Montag bei einem Treffen mit Ministern der wallonischen Regierung zu verstehen gegeben.

Verschiedene Zeitungen berichten zudem, dass ArcelorMittal auf einer Sitzung mehrmals wiederholt habe, die Hochöfen in Lüttich nicht verkaufen, sondern schließen zu wollen. Eine Übernahme durch die Region und der Neustart der Warmwalzwerke in Lüttich sei also unrealistisch und reine Phantasie.

Laut  dem Topmanager im europäischen Flachstahlsektor, Robrecht Himpe, wäre, selbst wenn das Unternehmen die Hochöfen verkaufen würde, der Übernahmepreis unbezahlbar: 1 Milliarde Euro, der Wert der Anlagen. Dazu kämen dann noch die sozialen Passiva und die Kosten einer Bodensanierung.

Nach dem Gespräch zwischen ArceloMittal und den wallonischen Ministern am Montag, bei dem es über die Zukunft des Konzerns ging, stellte sich heraus, dass ArcelorMittal offenbar doch bereit ist, weiter 138 Millionen Euro in die Kaltwalzwerke in Lüttich zu investieren. Allerdings stellte ArcekorMittal den wallonischen Ministern am Montag ein Ultimatum. Im Gegenzug müssten nämlich die Sozialverhandlungen über das Ende der Warmstahlproduktion bis Freitag abgeschlossen werden.