Hasselt: Kann Hilde Claes Bürgermeisterin bleiben?

In die Schlagzeilen gelangt Hasselt gerne mit seinem berüchtigten Geneverschnaps und Pukkelpop-Festival. Aber zuletzt war die Hauptstadt der Provinz Limburg, deutschen und niederländischen Grenze gelegen, auch wegen einer Betrugsaffäre bei der lokalen Polizei häufig in den Nachrichten.

In den 90er Jahren war Hasselt "im Bann" von Steve Stevaert (Foto unten): Der ehemalige Gastwirt schloss sich den flämischen Sozialisten an, modernisierte die Partei und bescherte Hasselt 1995 erstmals einen Sozialisten als Bürgermeister.

 

Zwar fühlt sich keiner der Schwergewichte der flämischen Parteien gerufen, um den Bürgermeisterstuhl in Hasselt zu erobern, trotzdem bietet die Stadt genug politischen Zündstoff.

Seit sechs Jahren ist Hilde Claes, Tochter des ehemaligen NATO-Generalsekretärs und Veteranen des belgischen Sozialismus, Willy Claes, Bürgermeisterin der Provinzstadt.

Sie ambitioniert eine Verlängerung ihres Mandats, was die Herausforderer, Ex-TV-Journalist und Europarlamentarier Ivo Belet, oder der Kandidat der flämischen Nationalisten, Steven Vandeput, ihr streitig machen.

2006 gewann die SP.A in Hasselt die absolute Mehrheit, bezog aber auch alle anderen Parteien - mit Ausnahme des Vlaams Belang - in die Stadtregierung mit ein. Eine nicht wirklich günstige Konstellation, so urteilten viele, ohne richtige Opposition.

Weshalb auch der Skandal bei der Hasselter Polizei (Polizisten ließen sich großzügige Prämien für allerlei Dienste auszahlen) nur zögerlich aufgeklärt werden konnte und Hilde Claes Passivität vorgeworfen wurde.

Ob die Sozialisten nach Stevaert und Claes nach dem 14. Oktober die Schärpe abgeben müssen? Der Wahlausgang könnte spannend werden.

Der heiße Atem von Genk

Genk, ehemalige Zechenhochburg und 14 km von Hasselt entfernt, macht der Provinzhauptstadt seit Jahren mehr und mehr Konkurrenz.

Um ihre Attraktivität zu bewahren will die jetztige Stadtverwaltung ein großes Shoppingzentrum und ein olympisches Schwimmbad bauen.