9 Euthanasie-Patienten spenden Organe

Seit 2005 haben sich neun Euthanasie-Patienten dafür entschieden, ihre Organe zu spenden. Das gab die GoE Maakbare Mens am Samstag anlässlich eines Kolloquiums bekannt. Damit ist Belgien das erste Land der Welt, das die Herbeiführung des Todes bei unheilbar Kranken mit der Organspende verbindet.

Nur in den Niederlanden gibt es noch einen vergleichbaren Fall.

2011 haben sich insgesamt 1133 unheilbare Kranke für die Herbeiführung des Todes durch Medikamente und/oder den Abbruch der Behandlung entschieden. 10 % hätten ihre Organe spenden können", so Professor Ysebaert von der Uni-Klinik Antwerpen, "dabei handelt es sich hauptsächlich um Patienten mit neurologischen oder neuropsychiatrischen Erkrankungen.

In der Praxis ist nur ein Patient von zehn, die Euthanasie anfragen, in der Lage, seine Organe auch tatsächlich zu spenden. Die Mehrheit der Euthanasie-Anfragen stammt von Krebspatienten.

"Weil die Gefahr besteht, dass der Krebs mit dem Organ verpflanzt werden könnte, sind Krebspatienten von der Organspende ausgeschlossen", erklärte Chirurg Dirk Raemdonck von der Uni-Klinik Leuven.

Die neun Euthanasie-Patienten, die ihre Organe gespendet haben, taten dies aus freiem Willen: "Wir informieren die Patienten derzeit nicht systematisch über diese Möglichkeit, da der emotionale Schock zu groß sein könnte", fügte Dr. Ysebaert noch hinzu.