Europäische Demo gegen Sozialdumping

Mehrere hundert Militanten verschiedener Transport-Gewerkschaften und Delegationen unterschiedlicher europäischer Länder haben sich am Dienstagvormittag auf dem Luxemburger Platz im Brüsseler Europaviertel versammelt, um zu demonstrieren.

Die Demonstration erfolgt auf Initiative der Europäischen Transportarbeitergewerkschaft (ETF) und wendet sich gegen das "Sozialdumping" in Europa.

Mit Tröten und Knallfröschen sowie großen Plakaten, auf denen "Respekt" zu lesen ist, sind sie auf der Straße. Sie tragen auch einen Sarg vor sich her, um auf die schlechte Arbeitssituation der Lkw-Fahrer aufmerksam zu machen.

"Ein belgisches Unternehmen bezahlt seinem Arbeiter 2.000 Euro brutto, plus Sozialabgaben, während mit dem Dumping, eine rumänische oder tschechische Firma ihrem Fahrer 400 Euro ohne Sozialabgaben bezahlt", erklärt Bertrand Merlevelde, von der Gewerkschaft CSC Transcom (Transport und Kommunikation) im Hennegau.

"Diese Demo ist der Anfang einer europäischen Kampagne, die das Europäische Parlament, die EU-Kommission und die nationalen Regierungen auffordern will, etwas gegen die derzeit katastrophalen Arbeitsbedingungen der nicht hier Wohnenden zu unternehmen", erklärt Robert Parrillo, der Präsident der Sektion Transport bei der ETF.

"Das Sozialdumping trifft auch das Land Belgien, in dem 3.000 Fahrer zwischen 2007 und 2010 ihren Job verloren haben", fügt Roberto Parrillo noch hinzu.

Er fordert Europa auf, "mit der Liberalisierung aufzuhören und diese Wettbewerbsverzerrung zu untersuchen, die den Unternehmen, die die Vorschriften einhalten, zu schaffen machen."

Zwischen 700 und 1.000 Lkw-Fahrer aus neun europäischen Ländern werden auf dieser Demo erwartet.