Die OECD und der IWF warnen Belgien

Nach Ansicht des IWF und der OECD und Entwicklung muss Belgien mehr sparen und sich auf wirtschaftlicher Ebene wieder in Richtung Export orientieren. Zudem, so die belgische Nationalbank, ist der Arbeitsmarkt in Belgien schlecht organisiert.
Führt die Krise zu weniger Wirtschaftsaktivitäten belgischer Unternehmen im Ausland?

Der Internationale Währungsfonds (IWF) rät der belgischen Bundesregierung dazu, mehr zu sparen, als bisher geplant. Der IWF geht für Belgien von einem stagnierenden Wirtschaftswachstum aus und die Konjunkturaussichten für unser Land seien derzeit eher durchwachsen. Bis zum Ende des laufenden Jahres werden die Konjunktur nicht mehr wachsen und im kommenden Jahr geht man von Seiten des IWF für Belgien nur von einem Wachstum von 0,3 % aus. Das ist deutlich weniger, als das vom föderalen Planbüro vorausgesagte Plus von 0,7 %.

Weniger Wachstum werde sich auch negativ auf den Arbeitsmarkt auswirken, denn die Arbeitslosenzahlen würden steigen und den belgischen Haushalt mehr belasten. Der IWF ist der Ansicht, dass die 4,6 Milliarden Euro, die die belgische Bundesregierung im Haushalt einsparen will, nicht reichen.

Die belgische Nationalbank weist auf ein weiteres Problem hin, dass die Lage nicht gerade einfach macht. Der belgische Arbeitsmarkt ist nach Ansicht der Währungshüter nicht gut organisiert und die offenen Stellen seien schlecht auf den Bedarf, sprich auf die eigentlichen Arbeitsuchenden abgestimmt. Auf der einen Seite werden Facharbeiter und gut ausgebildetes Personal gesucht und auf der anderen Seite liege die Zahl der schlecht ausgebildeten Arbeitslosen sehr hoch. In keinem anderen europäischen Land, so die Nationalbank, sei das Verhältnis zwischen beiden Bereichen so schlecht, wie in Belgien.

Ent-Globalisierung?

Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) stellt in einer Studie fest, dass sich die belgischen Unternehmen immer mehr auf das eigene Land und den eigenen Binnenmarkt konzentrieren und dabei den Export und die Aktivitäten im Ausland aus dem Auge verlieren. Nach Meldungen der belgischen Wirtschaftszeitungen De Tijd und L’Echo liege Belgien in dieser Hinsicht an 7. Stelle auf einer Top 10-Rangliste von Ländern, die gerade dabei seien, sich zu "ent-globalisieren“.

In den ersten acht Monaten des laufenden Jahres haben laut OECD belgische Unternehmen Aufträge in Höhe von rund 2,6 Millionen US-Dollar im Ausland eingeholt. Im gleichen Zeitraum aber habe man für eine globale Summe von etwa 5,6 Millionen US-Dollar Aktivitäten aus dem Ausland abgezogen. Dieses Missverhältnis sei auf die allgemeine Wirtschaftskrise zurückzuführen, so die OECD und die entsprechenden Medienberichte in Belgien.