Bürgermeister schneiden gut ab in Brüssel

In der Mehrzahl der Brüsseler Gemeinden werden die Bürgermeister in ihrem Amt bestätigt. Ob der Bürgermeister nun die Handschrift der MR (französischsprachigen Liberalen), der PS (französischsprachigen Sozialisten), der radikalfrankophonen FDF oder der CDH (französischsprachigen Christdemokraten) tragen, verändert nichts am Trend.

In Oudergem unterstreicht die FDF-Galionsfigur Didier Gosuin seine Beliebtheit. Seine Liste des Bürgermeisters holt die absolute Mehrheit mit 64,12 Prozent der Stimmen. Eine gute Neuigkeit für die Flamen in der Gemeinde ist, dass die SAMEN-Lijst, in der sich alle niederländischsprachigen Parteien außer den Günen Groen zusammengeschlossen haben, einen Sitz geholt hat. Vielleicht ist auch noch ein Amt des Stadtbeirates drin.

Ecolo-Groen hat leicht zugelegt und endet mit 14,07 Prozent, die PS ist Dritte mit 9,25 Prozent.

Die Liste des Bürgermeisters von Vincent De Wolf (MR) verliert fast 6 Prozent in Etterbeek, aber bleibt an erster Stelle mit 42,01 Prozent der Stimmen. Die zweite Partei bleibt Ecolo-Groen, aber sie beliben mit 16,98 Prozent außer Reichweite der LB. Auch die PS behält ihr Status-quo und bleibt dritte Partei mit 13,39 Prozent.

In Schaarbeek liegt die Liste des Bürgermeisters Bernard Clerfayt weit vorne mit 32,7 Prozent der Stimmen und 18 Sitzen von 47, vor der PS (25 Prozent - 13 Sitze) und Ecolo-Groen (13,4% - 7 Sitze). Die extrem linke Arbeiterpartei PTB hat einen Sitz ergattert.

Koekelberg, Ganshoren und Sint-Agatha-Berchem

In den Gemeinden Koekelberg, Ganshoren und Sint-Agatha-Berchem bleiben die bisherigen Bürgermeister am Zug.

Bürgermeister Philippe Pivin (MR) festigt seine Position in Koekelberg. Der Bürgermeister folgte seinem Vater ins Amt und ist selbst schon über 10 Jahre Bürgermeister. Wie schon im Jahr 2006 holt er die absolute Mehrheit mit 56,33 Prozent. Die PS folgt mit 28,48 Prozent. Ecolo-Groen wird Dritter mit 13,09 Prozent.

In Ganshoren ist die PS von Bürgermeisterin Michèle Carthé ungeschoren davon gekommen. Ein wichtiger Teil ihres eigenen Teams hatte ihr einen autoritären Führungsstil vorgeworfen und wandte sich vor den Wahlen von ihr ab. So auch Pierre Kompany. Der Vater des Fußballers Vincent Kompany verließ die PS und gründete das neue ProGanshoren. Diese wurde zweite mit 22,57 Prozent. MR ist dritte Partei mit 20,43 Prozent.

Auch in Sint-Agatha-Berchem kann die Bürgermeisterin ihr Amt  festigen. Die Liste des Bürgermeisters Joëlle Riguelle (CDH) vereint 30,35 Prozent der Stimmen auf sich, gefolgt von der MR mit 19,46 Prozent und PS-SP.A mit 13,51 Prozent der Stimmen.

MR bleibt auch ohne FDF größte Partei in Ukkel

In Ukkel verlieren die frankophonen Liberalen MR ohne die FDF knapp die absolute Mehrheit, aber die Partei von Bürgermeister Armand De Decker bleibt die größte mit 47,32 Prozent. Ecolo-Groen gewinnt fast 3 Prozent der Stimmen hinzu und endet mit 16,73 Prozent. Die FDF, die sich alleine aufstellen ließ, endet auf dem dritten Platz mit 13,81 Prozent. Die PS folgt mit 13,25 Prozent.

Payfa bleibt in Watermaal-Bosvoorde am Steuer

FDF-Bürgermeisterin Martine Payfa bleibt in Watermaal-Bosvoorde am Steuer. Aufgrund einer sich lichtenden Liste des Bürgermeisters war sie nicht sicher, die Scherpe behalten zu können, aber die Wähler haben ihr Vertrauen in sie bestätigt. Ihre Liste verliert 2,6 Prozent, bleibt jedoch größte Partei mit 33,14 Prozent. Ecolo-Groen gewinnen Stimmen hinzu und enden als Zweite mit 23,59 Prozent.

Maingain hat 7.800 Vorzugsstimmen in Sint-Lambrechts-Woluwe

Auch in Sint-Lambrechts-Woluwe liegt die Liste des Bürgermeisters vorne. Sie vereint 55,7 Prozent. Danach kommt lange nichts. Die Bürger von Sint-Lambrechts-Woluwe haben Olivier Maingain 7.800 Vorzugstimmen gegeben.

Elsene folgt dem Trend nicht

In Elsene wird der Trend, dass die Bürgermeister in ihrem Amt bestätigt werden, durchbrochen. Hier liegt die Liste des Bürgermeisters zurück. Die Liste des Bürgermeisters Willy Decourty (PS) muss eine herbe Schlappe hinnehmen. Er verliert 4,75 Prozent und endet auf dem dritten Platz mit 16,61 Prozent. Auch die MR, die schon 2006 größte Partei war (aber das Bürgermeisteramt dem Sozialisten Decourty überließ), bezieht Schläge. Die MR verliert 8,71 Prozent und endet mit 29,09 Prozent. Damit bleiben die Liberalen am Zug, denn sie sind die größte Partei. Ecolo-Groen ist die Zweitgrößte mit 23,52 Prozent.

In der kleinsten und ärmsten Gemeinde Brüssels, Sint-Joost-ten-Node, verliert die Liste des Bürgermeisters 5,7 Prozent, aber bleibt die größte Partei mit 44,32 Prozent. Ecolo-Groen gewinnen 5,60 Prozent hinzu und enden als Zweite vor CDH mit 17,98 Prozent. Bürgermeister Jean Demannez bleibt also im Amt. Er hat bereits zu verstehen gegeben, dass er die sechs Jahre nicht aussitzen werde, sondern die Fackel nach einiger Zeit an Emir Kir weitergeben werde. Letzterer hat mehr Vorzugsstimmen als Jean Demannez.

Liste Islam holt 1 Sitz in Anderlecht

Die Liste Islam hat einen Sitz im Gemeinderat in Anderlecht und in dem von Sint-Jans-Molenbeek geholt. Islam hat in drei Brüsseler Gemeinden teilgenommen, jeweils mit einem Kandidaten pro Liste.

Die Liste Islam holte 4,12 Prozent der Stimmen in Molenbeek und 4,13 Prozent in Anderlecht. In Brüssel Stadt holte die Liste nur 2,9 Prozent der Stimmen, was nicht für einen Sitz im Gemeinderat ausreicht.

Brüssel-Stadt: Grüne haben zugelegt, PS weiter größte Partei

Obwohl die größte Partei PS und die zweitrößte Partei, die französischsprachigen Christdemokraten CDH eine komfortable Mehrheit halten und der liberale MR-Bürgermeisterkandidat Gegenstand einer Voruntersuchung ist und nur 2.900 Stimmen holt, "hat sich die PS entschieden, mit letzterem zu verhandeln, der sicherlich weniger sichtbar und folgsamer sein wird", fasst die CDH das Ergebnis in Brüssel-Stadt zusammen.

Ecolo-Spitzenkandidatin Marie Nagy bedauert, dass die kommende Koalition nicht die der Sieger sei und dass das Signal der Partei, die kräftig zugelegt hat, also der Grünen (+2,7%), nicht erhört werde.