Ergebnisdeutung für flämische und belgische Politik

Viele Ergebnisse dieser Kommunalwahlen sind bereits eingegangen und dabei fällt auf, dass die N-VA insgesamt besser abschneidet, als zu Beginn des Nachmittags noch vermutet wurde. Die N-VA geht auf die 30 Prozent zu. Sie hat nicht nur in Antwerpen gesiegt, sondern auch in vielen Städten und Gemeinden in der Provinz Antwerpen. Und auch in anderen Provinzen wird die N-VA Bürgermeister stellen.

Einen Bürgermeister liefern bedeutet für die flämischen Nationalisten N-VA eine lokale Verankerung, eine Machtposition vor Ort aufbauen.

"Und der N-VA-Parteipräsident Bart De Wever hatte es gesagt: Die N-VA war bislang ein Riese auf Zwergenfüßen. Jetzt bekommen sie große Füße und eigentlich ist dieses Ergebnis", so der VRT-Politikjournalist Johny Vansevenant, "ein Trittbrett für die Wahlen von 2014, die flämischen und die föderalen Wahlen. Was kann die Regierung Di Rupo tun? Sie muss zusammenrücken."

N-VA legt starkes Ergebnis hin, Provinz Antwerpen ist gelb gefärbt

Die flämischen Nationalisten N-VA scheinen in den meisten Gemeinden, in denen die Partei eine Liste einreichte, sehr gut abzuschneiden. In verschiedenen Städten und Gemeinden wird die Partei die größte Partei oder eine der größten Parteien. Vor allem in der Provinz Antwerpen ist die Karte mit gelben Punkten übersät. "Das Ergebnis ist sehr stark", sagt der Politologe Carl Devos. "Dass sie nun lokal verankert sind, ist unmissverständlich der Fall."

Der rechtsextreme Vlaams Belang bezieht Schläge und auch die flämischen Liberalen von der Open VLD müssen an vielen Orten Verluste einstecken.

Die flämischen Christdemokraten von der CD&V halten hingegen gut stand.

Die Grünen Groen dürfen sich eher zu den Siegern rechnen. In Ostende verdoppelt die Partei ihre Stimmen. In vielen Gemeinden war die Partei in ein Kartel gegangen und das scheint ein schlauer Zug gewesen zu sein.