Das Hedwigepolder in Zeeland wird geflutet

Die neue niederländische Regierung hat in ihrem Koalitionsabkommen festgeschrieben, dass das Hedwigepolder in der Provinz Zeeland geflutet wird. Damit entsprechen die Niederlande einer Forderung Flanderns und der EU.
Das Hedwigepolder in Zeeland

Die jetzt beschlossene Flutung der Hedwigepolders in der Provinz Zeeland, einer niederländischen Enklave an der Grenze zu Belgien, die durch die Westerschelde von den Niederlanden getrennt ist, stößt im belgischen Bundesland Flandern auf Erleichterung.

Die Flutung dieses Polders ist seit Jahren ein Streitpunkt zwischen den Niederlanden und Flandern. Beide Länder haben 2005 in den so genannten "Scheldeverträgen“ vereinbart, die Schelde vertiefen zu wollen, damit größere Hochseeschiffe mit höheren Tiefgang den Hafen von Antwerpen anlaufen können.

Doch die Europäische Union fordert, dass es im Zuge dessen zu Kompensierungen von Naturgebieten kommt, denn das Ausbaggern der Schelde bringt Schaden an Flora und Fauna in diesem Fluss mit sich.

Aus diesem Grunde soll das Hedwigepolder geflutet werden, damit die Natur notwendige Ausweichstellen finden kann, wenn sie sich, salopp ausgedrückt, aus Teilen der Schelde zurückziehen muss. Doch gegen die Flutung dieser künstlichen Landschaft, auf dem viele Bauern ihre Felder haben, sorgte in den Niederlanden für heftige Proteste, worauf die Politik in Den Haag einen Rückzug machte und den Beschluss zu Fluten, wiederrief.

Das wiederum sorgte für Einsprüche durch Flandern und durch die EU. Vor einigen Monaten hatte die Geduld in dieser Frage in Flandern ein Ende und das belgische Bundesland kündigte eine Klage gegen die niederländische Regierung bei den europäischen Behörden an.

Dies führte jetzt, während der Koalitionsverhandlungen zu einer neuen niederländischen Regierung für ein Einlenken in Den Haag. Doch ob, wann und inwiefern die Flutung vorgenommen wird, steht weiter in den Sternen, denn mittlerweile kündigten Bürgerinitiativen, die sich gegen diesen Schritt richten, Klagen gegen die neuen Beschlüsse der neuen Regierung in der niederländischen Hauptstadt an.